Duisburg: Der letzte Schliff zum Brillanten
VON FABIAN SPIESS - zuletzt aktualisiert: 30.11.2009Duisburg (RPO). Einen nicht ganz alltäglichen Einblick in die Kunst der Diamantenverfeinerung erhielten Fans der wertvollen Edelsteine am Samstag in den Räumen des Juweliers Domberg an der Friedrich-Wilhelm-Straße. Gerd Märker, einer der jüngsten Diamantenschleifer Deutschlands, demonstrierte den Besuchern, wie aus einem Rohdiamanten ein einzigartiger, perfekt geschliffener und verarbeiteter Schmuckstein entsteht.
Aufwändige Veredelungsphase
Während der aufwändigen und zeitintensiven Veredelungsphase, die großes Fachwissen und Geschick erfordert, prüfte Märker, der seine Meisterprüfung im Jahr 1991 mit besonderer Auszeichnung absolviert hat, mithilfe spezieller Messgeräte wiederholt den Zustand des Steins. Außerdem konnten die Zuschauer der Vorführung, die immer wieder zahlreiche Fragen zum Herstellungsprozess stellten, einige ausgesuchte Brillanten zwischen 1,25 und fünf Karat mit einer Lupe betrachten.
Vor dem Schliff des Diamanten steht das Sägen und Spalten, das den Stein in die gewünschte Form bringt. Laut Karin Latz, Geschäftsführerin des Juweliers Domberg, hängen Wert und Schönheit eines Diamanten von den so genannten "vier C" ab (Carat, Color, Clarity, Cut), also Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff. Die Reinheit bezieht sich auf die von der Natur geformte innere Struktur des zu verarbeitenden Rohdiamenten, der zunächst für den ungeübten Betrachter nur wie ein unscheinbarer "grauer Klotz" aussieht. Erst die Verarbeitung erzeugt nach und nach den klassischen Glanz und die berüchtigte Anziehungskraft des Edelsteins.
Das Material des Diamanten ist Kohlenstoff, das härteste bekannte Mineral. Nach der Förderung im Über- und Untertagebau in den bekannten Entstehungsgebieten wie Afrika, Kanada und Russland wird bei einer Erstprüfung des Gesteins entschieden, ob das Objekt für die Schmuckverarbeitung taugt oder zu Industriezwecken eingesetzt wird.
Nur wenige Diamantenschleifer sind bei Juwelieren angestellt. Der Großteil wird im industriellen Bereich beschäftigt. Gerd Märker, der in seiner Diamantschleiferei in Idar-Oberstein auch Reparaturen, Reinheitsverbesserungen und Modernisierungen von Altschliff-Diamanten vornehmen kann, erklärte den Besuchern auch, dass Diamanten mit kräftigen Farben besonders selten und wertvoll sind. "In der Regel erscheinen die Schmucksteine farblos."
Feinste Nuancen, die jedes Exemplar einzigartig machen, können nur vom Fachmann erkannt werden. Die optimale Lichtspaltung in die typischen Regenbogenfarben ist nur bei absolut transparenten Diamanten möglich.
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