Duisburg: Der Tag als Wahlhelferin
zuletzt aktualisiert: 09.05.2010 - 15:55Duisburg (RPO). Jessica Narloch verbringt den größten Teil des Sonntags als Wahlhelferin in einem Meidericher Wahllokal. Die RP hat sei beim Wahltag ein wenig begleitet.
Pünktlich um 8 Uhr öffnete heute das Wahllokal in der Meiderich Gesamtschule an der Bahnhofstraße. Zwei Minuten später kam die erste Wählerin, eine 80-jährige Dame, die auch im Superwahljahr 2009 stets die Erste gewesen ist, wie sich Jessica Narloch erinnert. Wie bei den Europa-, Kommunal- und Bundestagswahlen ist sie auch diesmal Wahlhelferin in Meiderich.
35 Euro bekommt ein „normaler Wahlhelfer“, 45 Euro bekommen die Schriftführer und Wahlvorstehen für ihren Dienst. Der ist in zwei Schichten eingeteilt. Die erste Schicht geht von 7.30 Uhr bis eins; die Zweite dann bis 18 Uhr. Zur Auszählung kommen beide Schichten wieder zusammen. Insgesamt sind acht Wahlhelfer im Einsatz.
In Jessica Narlochs Team sind eine Lehrerin, ein Busfahrer und eine Bäckereifachverkäuferin. Wie auch im vergangenen Jahr ist die Atmosphäre im Wahllokal entspannt. „Wir haben zusammen Kaffee getrunken und uns nett unterhalten“, berichtet Jessica Narloch. Politik sei allerdings ein Tabuthema. Werbung für eine politische Partei ist verboten. Wähler müssten beispielsweise ihren Partei-Anstecker im Wahllokal abnehmen. Für die Wahlhelfer gelten die strikten Regeln erst recht. Sie wisse deshalb nicht, welche Partei ihre Wahlhelfer-Kollegen bevorzugen, sagte Jessica Narloch. 760 Wähler sind in ihrem Wahlbezirk aufgelistet. Rund 150 kamen bis zu ihrem Schichtende um eins, etwa genauso viele wie bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. Erfahrungsgemäß kämen am Nachmittag etwas mehr Wähler als in der ersten Tageshälfte.
Besondere Zwischenfälle gab es diesmal nicht. Nur die „üblichen Anmerkungen“ über den Stift. Dabei handelt es sich um einen radierfesten Kopierstift. Der Verdacht, dass man ein unliebsames Kreuz einfach ausradieren könne, sei unbegründet. In diesem Jahr waren einige Wähler irritiert, dass in der Gesamtschule vier statt zwei Wahllokale eingerichtet waren. Die Wahllokale von der Brückelstraße waren diesmal in die Gesamtschule verlegt worden. So mancher Wähler irrte da ein wenig durch die Schulflure – wurde aber doch fündig.
Im vergangenen Jahr kam es zu einem Vorfall, der in der offiziellen Niederschrift vermerkt worden war: Ein Rentner, der seine Brille vergessen hatte, erbat die Brille eines Wahlhelfers. Da dieser aber eine sehr teure Brille besaß, ohne die er „hilflos“ ist, wollte er die Brille nicht einfach ausleihen. Daraufhin zerknüllte der Rentner den Wahlzettel und bewarf damit den verdutzten Wahlhelfer.
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