Duisburg: Der Zauber der Nacht
VON KAI DELLER - zuletzt aktualisiert: 04.06.2007Duisburg (RPO). Zur „ExtraSchicht“ hatten sich Duisburgs kulturelle Highlights herausgeputzt. Vor allem im Innenhafen sprühten die Funken.
Samstagabend und noch lange kein Dienstschluss in Sicht: Die siebte „ExtraSchicht“ lockte mit neuen Spielorten und außergewöhnlichen Programmhöhepunkten, die auch in diesem Jahr wieder die Nacht zu einem Gesamtkunstwerk werden ließen.
Mit vier Spielorten gehörte Duisburg erneut zu einem Veranstaltungsschwerpunkt und lockte mit einem reichhaltigen Angebot Kulturinteressierte bis in die frühen Morgenstunden zu den ehemaligen Industriezentren der Stadt.
„Expedition Stahl“ hieß es im Landschaftspark Nord. Zwischen den Eisenkonstruktionen wurden die ExtraSchicht Besucher in die Höhen des Ruhrgebietes entführt. Die imposanten Aussichtspunkte, 55 Meter über dem sicheren Boden, erlaubten einen freien Blick über die ganze Stadt und noch darüber hinaus.
Kulturelle Klasse
Insgesamt waren an der diesjährigen ExtraSchicht 18 Städte aus dem Ruhrgebiet beteiligt.
Aus mehr als 120 Programmpunkten konnten sich die Besucher zwischen 18 und 2 Uhr ihre ganz persönliche Tour durch die Nacht zusammenstellen.
Für den Transport zwischen den Spielorten standen kostenfrei Shuttlebusse zur Verfügung.
Theoretisch konnten die Besucher somit in einer einzigen Nacht die kulturelle Klasse der Region kennenlernen.
Weniger abenteuerliche, aber nicht minder bleibende Eindrücke vermittelten die Führungen zur Industriegeschichte. Von der Befüllung des Hochofens bis hin zum fertigen flüssigen Produkt durchliefen die Teilnehmer alle Stationen der Eisenproduktion und konnten bei Interesse ihr Wissen im Open Air Kino des Parks noch vertiefen.
Schiffe und Jazz
Die Geschichte der Binnenschifffahrt von der Steinzeit bis hin zur Gegenwart wurde in Deutschlands größtem und umfassendstem Binnenschifffahrtsmuseum in Ruhrort erlebbar gemacht. Das Museum war außerdem ein Treffpunkt für Freunde der Jazzmusik. Das Trio „Wildes Holz“ beeindruckte mit einer rasanten Blockflötenvorführung, während das Otto Rosenberg-Quintett swingenden Sinti-Jazz zum Besten gab.
Das Zentrum der Nacht war jedoch der Innenhafen. Mit seinen mächtigen Mühlen- und Speichergebäuden sowie den modernen Dienstleistungs- und Freizeitangestellte er zugleich ein Musterbeispiel für den Strukturwandel dar. Für Architektur und Baukunstinteressierte gab es stündlich Führungen.
Die Szenegastronomien entlang der Hafenpromenade lud zu einer Pause ein und auch die Tanzgruppen am Ludwig Forum sowie die verschieden Chanson Sänger auf der THS-Terrasse sorgten für den einen oder anderen gemütlichen Augenblick. Am Kindermuseum Atlantis drehte sich alles um die Wechselausstellung „Lego-Träume – Bauen wie ein Profi“.
Um Mitternacht wurden die Nachtschwärmer am Innenhafen von einem fünfzehnminütigen Höhenfeuerwerk überrascht, das die urbane Landschaft in ein spektakuläres Lichtspiel voller Phantasie eintauchte.
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