Duisburg: Der Zoo feiert Geburtstag
VON OLIVER STEIN - zuletzt aktualisiert: 12.05.2009 - 14:18Am 12. Mai 1934 öffnete der Duisburger Zoo erstmals seine Tore für die Öffentlichkeit. Heute - 75 Jahre später - ist und bleibt der Tierpark ein Publikumsmagnet. Rund eine Millionen Besucher zählt der Zoo jährlich. Eltern kommen mit ihren Kindern, Lehrer mit ihren Schulklassen und sogar Ehepaare geben sich im Zoo das „Ja-Wort“.
75 Jahre sind seit der Gründung vergangen, eine Zeit, in die der Tierpark auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann.
Die Gründerjahre und der 2. Weltkrieg
„Duisburg-Hamborn schafft sich seinen Zoo selbst“, so lautete der Slogan, mit dem der „Duisburg-Hamborner Tierparkverein“, gegründet am 11. August 1933, eifrig Werbung betrieb, um Spendengelder für die Errichtung eines Tierparks zu sammeln. Eine Tierausstellung in der alten Duisburger „Gesellschaft Societät“ an der Mülheimer Straße unterstützte dabei zusätzlich das Projekt.
Die Spendengeldersammlungen und Werbeaktionen des „Duisburg-Hamborner Tierparkvereines“ waren ein voller Erfolg, sodass am Samstag, den 12. Mai 1934, der Tierpark seine Türen öffnete.
Auch die Verlegung der Reichsautobahn durch den Kaiserberg, konnte den Zoobetrieb nicht mehr stoppen. Bereits am Eröffnungswochenende zählte der Tierpark mehr als 4.000 Besucher.
Zahnarzt Dr. Henfried Wetje war erster Vorsitzender des Vereines, die zoologische Leitung hatte Tierarzt Dr. Eduard Wiedemann übernommen. Primäres Ziel des Vereins war es, einheimische Tierarten zu zeigen. Ein Auszug aus der Vereinssatzung macht dies deutlich:
„Zweck des Vereins ist, in Duisburg-Hamborn einen hauptsächlich mit einheimischen Tieren zu besetzenden Tierpark anzulegen und einzurichten, oder die Einrichtung und den Betrieb eines solchen Unternehmens zu fördern und sich auch daran geldlich zu beteiligen. Ferner: der Bevölkerung die Kenntnis der Tierwelt und die Liebe zu ihr zu vermitteln.“
Dennoch fanden auch exotische Tierarten den Weg in den Tierpark. Einfache Holzbauten dienten dabei zunächst als Tierhäuser, die im Laufe der Zeit aber durch massive Steinhäuser ersetzt wurden.
Ein Aquarium, das „Haus der Tausend Fische“, stellte bereits 1935 eine der größten Attraktionen des Tierparks dar. Ein Vogel- und ein Affenhaus wurden im selben Jahr eröffnet. Wilde Raubkatzen fanden ihren Platz ein Jahr später im Zoo.
Erste Zuchterfolge konnte der Tierpark bis zum Jahre 1938 vermelden, bevor sich mit Beginn des 2. Weltkriegs auch für den Zoo die Dinge ändern sollten. 1940 mussten alle Raubtiere in Tierparkgehegen getötet werden, so wollte es eine behördliche Anordnung. Andere Tiere wurden aus Futtermangel getötet.
Mehrere Spreng- und Brandbomben trafen das Gelände des Parks. Das Aquarium brannte bis auf die Grundmauern nieder, viele Tiere starben im Bombenhagel.
Ein schwieriger Neuanfang – wenig Tiere, wenig Geld
Der Krieg hatte den Tierbestand des Parks drastisch dezimiert. Nur noch ein Emu, drei Flamingos, ein Esel und zwei Schafe „bewohnten“ den Tierpark. Das Gelände war von Bombentrichtern durchpflügt, die Gebäude beinahe allesamt zerstört.
Im Juni 1946 schickte der „Münchener Tierpark Hellabrunn“ drei Zugwaggons vollbesetzt mit Leihtieren nach Duisburg; später folgten noch Zuchtpaare, die letztendlich den Fortbestand des Tierparks sicherten. Im selben Jahr öffnete der Park auch wieder für die Besucher seine Pforten.
Der Aufbau der Gebäude und des Geländes gingen aber nur langsam voran, es fehlte das Geld. Nicht alle zerstörten Bauten wurden wieder aufgebaut, einige wurde abgerissen, um Platz für neue Gehege und Gebäude zu schaffen.
Bei dem Wiederaufbau der Hauptattraktion - dem „Haus der Tausend Fische“ – boten sich den Tierparkbetreibern im Jahre 1951 besondere Schwierigkeiten. Die benötigten Massivglasscheiben konnten nicht in Deutschland bezogen werden; für viel Geld mussten die Spezialanfertigungen aus dem Ausland importiert werden.
Elefanten und Giraffen halten Einzug in den Tierpark
1951 kommt der erste Elefant dauerhaft nach Duisburg. Erstmalig sollen nun Elefanten und auch Giraffen im Tierpark den Besuchern gezeigt werden. Am 19. Mai 1953 präsentierte sich die neuangefertigte Elefanten- und Giraffenanlage den Besuchern. Die ersten beiden Dickhäuter, die das Gelände bewohnten, waren zwei Indische Elefanten.
1959 wird der Tierpark zur „Duisburger Tierpark AG“ umgewandelt und der Tierparkverein, der bisher den Tierpark führte, wird zum „Verein der Freunde des Duisburger Tierparks“.
Im selben Jahr fließt erstmals Wasser in die Robben- und Pinguinanlage, die heute von Kalifornischen Seelöwen bewohnt wird.
Mit der Errichtung des größten Affenhauses in Europa begründete der Tierpark im Jahre 1962 seinen international anerkannten Ruf als angesehene Zuchtstätte für bedrohte Primaten.
Die erste Delphinshow
Am 24. Juli 1965 präsentierte der Duisburger Zoo als erster Tierpark Deutschlands eine Delphinshow. Das Spektakel fand unter einem Tragluftzelt statt. Das anwesende Publikum war begeistert. Bis heute stellt die Delphinshow eine der Hauptattraktionen des Zoos dar. Dabei legt die Zooleitung höchsten Wert auf die richtige Pflege der Tiere.
Nach der ersten erfolgreichen Show beschloss die Zooleitung, ein dauerhaftes Delphinarium zu bauen. Im Juni 1968 wurde das 1,3 Millionen DM teuere Gebäude eröffnet.
Internationale Bekanntheit
Viele weitere Gebäude und Gehege wurden in den kommenden Jahren auf dem Zoogelände erbaut, um die stetig wachsende Zahl der Tierarten aufnehmen zu können.
Heute – 75 Jahre nach seiner Gründung – weist der Duisburger Zoo einen Bestand von 2.179 Tieren in 274 Arten auf. Eine beachtliche Anzahl, doch zeichnen den Zoo noch andere Qualitäten aus.
Der Park ist weltweit bekannt für seine Zuchterfolge bei gefährdeten Tierarten. Im Rahmen des so genannten „Ex-Situ Projekts“, betreibt der Zoo die Haltung, Zucht und Erforschung zahlreicher bedrohter Tierarten und verwaltet durch die Koordination internationaler Zuchtbücher den Weltzoobestand seltener Tierarten wie die der Pinselohrschweine, Fossas und Bärenstummelaffen.
In diesen Tagen feiert der Duisburger Zoo mit vielen Sonderveranstaltungen seine aufregende Geschichte, die am Dienstag vor genau 75 Jahren begann.
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