Duisburg: Dicker Kuss zum Bosporus
VON CHRISTINA HÖTZEL - zuletzt aktualisiert: 27.06.2010 - 15:18Duisburg (RPO). Cooles Festival bei 30 Grad im Schatten: Die Veranstaltung "Ruhrgebiet trifft Istanbul 2010" am Meidericher Mercatorcenter lockte die Massen an. Top-Act war der türkische Popstar Ferhat Göcer.
"Einen dicken Kuss zum Bosporus", schickte am Samstag nicht nur Extrabreit-Sänger Kai Havaii. Schon am späten Nachmittag bevölkerten mehrere Tausend Menschen zu "Ruhrgebiet trifft Istanbul 2010" den Parkplatz des Mercator Centers in Meiderich. Neben Tanzvorführungen in Bauchtanz, anatolischer Folklore und Modern Dance hatten die Veranstalter hochkarätige Musiker geladen.
Sehnsüchtig von seinen Fans erwartet wurde der türkische Popstar Ferhat Göcer, Top Act der kostenlosen Veranstaltung. Zeitgleich mit dem Duisburger Event fand im Istanbuler Ümraniye Center ebenfalls ein Konzert statt, um zwischen den Kulturhauptstädten eine Brücke zu schlagen. Um 19.45 Uhr gab es eine Liveschaltung dorthin. Neben der Neue Deutsche Welle Band Extrabreit, die ihren bekannten Titel "Polizisten" einstimmte und ihr Publikum so richtig rockte, obwohl sie so "Hart wie Marmelade und zäh wie Gelee" war, sorgten auch Sefo und J-Da für super Stimmung. Letztere kam im knappen, orientalisch angehauchten Outfit, mit vier Tänzern auf die Bühne. "Tell me what you wanna do?", fragte sie ihren Duettpartner.
Tanzendes Multitalent
Das Publikum hatte mit dem tanzenden, singenden und schauspielernden Multitalent, das bald die erste Single veröffentlicht, noch viel vor. Sofort mitsingen konnten sie auch Sefos Hit "Grüne Augen", der im Internet bekannt geworden ist. Seine Stimme schmeichelte einer unbekannten Schönen. "Du bist meine Frau, das was ich brauch, mein Ein und Alles. Ich will bei Dir bleiben".
Mit der Lautstärke ihrer Mitsänger waren der Sänger und seine Bandkollegen (Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug) immer noch nicht zufrieden. "Ich hör euch nicht", feuerte er sein Multi-Kulti Publikum an. Dafür bekam er bei seinem vorletzten türkischen Lied sogar Zeilenapplaus.
Wer eine kurze Pause brauchte, konnte sich im Kulturdorf mit Cay, Börek oder Köfte verpflegen oder einen Rundgang durch die Infostände machen. Bildungsarbeit machte das Mädchenzentrum Mabilda, Geschichten aus dem deutsch-türkischen Alltag konnten die Besucher im Erzählband des Dichterviertels nachlesen.
Neben der anatolischen Tanzgruppe AFIR auf der Bühne, in ihren farbenfrohen traditionellen Gewändern, gaben auch die "Bräute für einen Tag" die für das Stillleben auf der A40 posieren werden, ein schönes Bild ab. DJ Vergin Eyes verführte an den Turntables zum Tanzen und Moderator Oguzhan Celik stellte die weiteren Künstler Peter Bursch, Leyla Jouvana und Pottporus vor.
Für den Rosenpavillon, der ebenfalls innerhalb der Ruhr.2010 neben der Merkez-Moschee errichtet wird, warb Erhan Sen. Er sprach sich für ein Miteinander der Kulturen aus und deshalb fand er auch die Idee zum Festival gut: "In zwei Kulturstädten gleichzeitig zu feiern, ist eine einzigartige Idee."
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