Duisburg: Die Angst vor Einbrechern
VON TOBIAS SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 07.08.2012Duisburg (RP). Die Kleingärtner in Duisburg stehen immer häufiger vor den Spuren, die Eindringlinge hinterlassen haben, die aus reiner Zerstörungswut in die Gärten und Gartenhäuschen eindringen.
In der Nacht brachen Unbekannte in mindestens sechs Parzellen der Kleingartenanlage "Alte Eiche" an der Kaiser-Friedrich-Straße in Röttgersbach ein. Sie wollten nicht stehlen, sondern zerstören. Sie zerschnitten mehrere Kunststoffpools und Trampoline. Laut Armin Maywald, Schriftführer der Anlage "Alte Eiche", war es schon das zweite Mal, dass in die Anlage eingebrochen wurde.
Betroffen waren größtenteils dieselben Gärten, in denen im vergangenen Jahr bereits Unbekannte gewütet hatten.Die Besitzer von Kleingartenanlagen sind bestürzt: Ob Einbrüche mit oder ohne Vandalismus – die Angst geht um. Von Walsum bis Großenbaum, von Duissern bis Rheinhausen mussten sich die Laubenpieper allein im vorigen Jahr mit knapp 400 Einbrüchen herumplagen. 30 davon wurden allein im Kleingartenverein Rheinuferpark in Rheinhausen registriert. Dieses Jahr wurden bereits 263 Fälle gemeldet, der Versicherungsschaden ist kaum zu bemessen.
"Das Schlimmste sind ja noch nicht einmal die Diebstähle, sondern der Vandalismus", klagt Wilfried Seramour, der seit fast 13 Jahren ehrenamtlich für die Versicherungen des KGV Rheinuferpark zuständig ist. "Wir vermuten, dass unsere Lauben oft nur verschmutzt oder beschädigt werden, weil die Diebe keine anständige Beute finden."
Laube niedergebrannt
Angesichts der sich häufenden Einbrüche macht sich unter den Kleingärtnern großer Frust breit. Die Meinungen sind zweigeteilt. So wollen einige ihre Gärten bereits verkaufen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen. Die meisten wollen bleiben, zum Teil mit ungutem Gefühl. Zu ihnen zählt Uwe Dräger, dessen Kleingarten von Unbekannten im vergangenen Jahr bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde. Der 46-Jährige baute das Haus in elf Wochen wieder auf.
Viel größer als der materielle Schaden seien jedoch der Druck, die Sorgen und die Ängste nach so einem Vorfall. "So macht das Ganze einfach keinen Spaß mehr. Kaum hat man die Schäden vom letzten Einbruch repariert, steigen ein paar Tage später die nächsten Diebe ein", klagt Paul Feldmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Duisburger Kleingartenvereine. "Aber wir lassen uns hier nicht vertreiben. Viele von uns besitzen die Gärten schon in der zweiten Generation."
Die Kleingärtner fordern stärkere Polizeipräsenz. Doch angesichts der wenigen verfügbaren Streifenwagen, der knappen Mitarbeiterzahl und der großen Zahl von Straftaten wird das wohl ein Wunsch bleiben.
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