Duisburg: Die Ergebnisse der China-Reise
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 24.11.2006Duisburg (RPO). Von ihrer China-Reise brachte die Stadtspitze gute Nachrichten mit: Duisburg bekommt ein Zentrum für Chinesische Medizin und vielleicht ein Konfuzius-Institut, Gegenstück zum Goethe-Institut. OB Sauerland, Stadtdirektor Greulich, Rechtsdezernent Rabe und Wirtschaftsförderer Meurer, die am Mittwochabend aus China zurückgekehrt sind, stellten gestern einige Ergebnisse ihrer Reise vor.
Medizin
Akupunktur, Akupressur, chinesische Massage – alles das wird es ab kommenden Jahr am Klinikum Duisburg geben. Dort wird ein Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin aufgebaut. Einen entsprechenden Vertag unterzeichnete Stadtdirektor Dr. Peter Greulich in Duisburgs Partnerstadt Wuhan. Vorgesehen ist, dass am Kalkweg ständig bis zu zehn chinesische Ärzte jeweils ein Jahr lang praktizieren und ihr medizinisches Wissen an deutsche Kollegen weitergeben.
Die Gast-Ärzte werden alle Voraussetzungen erfüllen, um eine befristete Berufserlaubnis für Deutschland zu bekommen, also auch deutsch sprechen. Im Gegenzug sollen sich Mediziner in Duisburgs Partnerstadt Wuhan fortbilden und ihr Wissen und Können dort „an den Mann“ bringen.
Denn ebenfalls vereinbart wurde ein Kooperationsvertrag über den Bau des „Chinese German Friendship Hospitals“ mit 1300 Betten und westlichem medizinischem Standard. Hier werden sich Stadt Duisburg, Klinikum und die Firma Siemens engagieren.
Kultur
Große Hoffnungen setzte OB Sauerland auf das chinesische Vorhaben, an der Uni Duisburg-Essen ein Konfuzius-Institut anzubinden. So wie das deutsche Gegenstück, das Goethe Institut, wird diese Einrichtung seinen Nutzern ein breites Spektrum chinesischer Kultur bieten. Derzeit gibt es in Deutschland drei Konfuzius Institute (in Berlin. Hamburg und Nürnberg-Erlangen), sechs neue Standorte sollen in Deutschland dazu kommen. Die größte der beiden Wuhaner Universitäten (50 000 Studenten, 5000 Doktoranden) will dafür die Initiative übernehmen. „Wir müssten nur die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, so Sauerland.
Wirtschaft
Die einwöchige Reise führte einen Teil der Duisburger Delegation nach Qingdao am Pazifik, einstmals deutsche Kronkolonie (1898-1914). In dieser acht Millionen-Einwohner-Metropole, die in einigen Stadtteilen noch heute durch Gebäude geprägt wird, die „an Attendorn erinnern“ (Stadtdirektor Greulich, gebürtiger Sauerländer), traten die Duisburger in Kontakt mit dem weltweit viertgrößten Hersteller von Haushaltselektronik. Die Firma Haier (700 Millionen Euro Export-Umsatz) vertreibt schon heute (zum Beispiel über den Mediamarkt) Geräte wie Kühlschränke (mit Fernseher), Computer, Spülmaschinen etc. Ihre Waren für den europäischen Markt werden derzeit in Bremerhaven und Hamburg umgeschlagen.
„Wir haben als zusätzlichen Standort Duisport ins Gespräch gebracht“, so Meurer. Das Interesse des Unternehmens sei sehr groß, weitere Gespräche seien fest vereinbart und ein Gegenbesuch werde bereits vorbereitet. Dann sollen sich die chinesischen Manager auch Entwicklungen anschauen, die im elektronischen Bereich in Duisburg Schlagzeilen machen, so das Intelligente Haus in Neudorf.
Ein Wirtschafts-Symposium in Wuhan nutze die Delegation zusätzlich, um Kontakte zu knüpfen. So sei auch das Projekt „Gate to Asia“ weiterverfolgt worden, meinte OB Sauerland. Einzelheiten gäbe es frühestens, wenn Ernstfried Helling, der die ständige asiatische Messe plant, nächste Woche aus China zurückkehre.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






