Duisburg: Die ersten Wünsche erfüllt
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 28.11.2010 - 12:43Duisburg (RPO). Am ersten Samstag vor der Adventszeit war die Innenstadt voll mit Geschenkesuchenden. Lediglich Auswärtige hatten es wegen der A 59-Sperrung schwer, in die City zu kommen.
Behutsam stellt Lisa den Karton mit dem Gesellschaftsspiel wieder in das Regal zurück. "Das wünsche ich mir zu Weihnachten, und hoffentlich bekomme ich es auch", trällert die Achtjährige in Richtung ihrer Eltern. Dass Papa Uwe Stahlkraast später in den Spielzeugladen Roskothen zurückkehren wird, um das Spiel heimlich zu kaufen, davon ahnt Lisa nichts. "Meine Frau geht mit Lisa und ihrem kleinen Bruder im Forum nach Winterjacken gucken – in der Zeit seile ich mich ab und verstecke das Paket dann im Kofferraum unseres Autos", verrät er.
Genau wie Familie Stahlkraast nutzten am vergangenen Samstag viele Duisburger den Tag vor dem ersten Advent, um die ersten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. "Die Kunden nehmen viele Geschenke direkt mit und kommentieren dann erleichter, 'das ist dann auch erledigt", erzählt Boris Roskothen, Inhaber des Fachgeschäftes am Sonnenwall. Dennoch sei der Ansturm zumindest bei ihm nicht so groß wie im Jahr zuvor: "Das liegt daran, dass der Tag vor Advent immer stärker besucht ist, wenn er in den Dezember fällt. Heute hat man den Eindruck, der Advent sei noch nicht recht in den Köpfen der Leute angekommen – sie sind überrumpelt", so Roskothen.
Ein paar zarte Schneeflocken und der Duisburger Weihnachtsmarkt lockten dennoch, und wem es zu kalt wurde, der machte gerne einen Abstecher ins Warme. "Aufwärmen und dabei die Gelegenheit nutzen, nach einem Portemonnaie für meine Schwester zu gucken, darum bin ich hier", erklärt eine Kundin der Galeria Kaufhof, Silvia Langes. Sie ist aus Oberhausen nach Duisburg gekommen, weil "ich mir wie in jedem Jahr das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt bei einer Tasse Glühwein ansehen wollte", gibt sie lachend zu. Johanna Groeneweg de Kroon ist mit dem Andrang zufrieden, es könnte jedoch besser sein, meint die Kaufhof-Geschäftsführerin. "Man merkt, dass gerade die Kunden aus den Niederlanden und der näheren Umgebung fehlen", sagt sie.
Ein Grund dafür mag laut Groeneweg de Kroon die erneute Vollsperrung der A 59 am vergangenen Samstag gewesen sein. "Das ist schwierig, weil viele Leute gar nicht erst bis in die Innenstadt kommen." Die, die es schlussendlich schaffen, stürzen sich voll ins Weihnachtsgeschäft. "In diesem Jahr geht das Kaufen der Geschenke früher los als im vergangenen. Das merkt man daran, dass wir schon jetzt Vieles verpacken sollen", beobachtete die Geschäftsführerin.
Ein paar Besucher aus den Niederlanden haben es dann aber doch ins weihnachtliche Duisburg geschafft. Die Studentin Marijke und ihre Freundinnen machen hier Schuhläden unsicher. "Wir kaufen heute mal für uns selbst ein – Geschenke kommen spät er dran", gibt die 28-jährige Niederländerin zu.
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