Duisburg: Die Eule grüßte aus der Mercator-Orgel
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 20.09.2010Duisburg (RPO). Zum dritten Mal in diesem Jahr nach der Ludgerikirche Neudorf und der Friedenskirche Hamborn (die RP berichtete) gab der Bottroper Organist Friedrich Storfinger nun ein erfolgreiches Konzert in Duisburg, zur Saisoneröffnung der Reihe "Toccata - Orgelmusik am Samstag Nachmittag" in der Philharmonie Mercatorhalle.
Der Andrang dort ist jetzt kaum weniger groß wie zur kostenlosen Zeit, auch wenn die Konzerte inzwischen sechs Euro Eintritt kosten. Friedrich Storfinger spielte vor allem wieder seine beiden größten Stärken aus: eine didaktisch geschickte Moderation und eine ebenso farbenreiche wie treffsichere Registrierung. Schon in der einleitenden Bearbeitung der Sinfonia D-Dur aus der Kantate "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" BWV 29 von Johann Sebastian Bach wagte der Organist das Hochdruckregister "Mercator Trumpet" der neuen Eule-Orgel der Mercatorhalle - und gewann.
Das Programm war gut gewählt, erwähnt werden müssen zumindest die romantisch hingetupften "Vier Skizzen für den Pedalflügel" op. 58 des vor 200 Jahren geborenen Robert Schumann und die herrlich skurrilen "Variations on ,America'" (das Thema ist hierzulande besser bekannt als "God save the Queen") von Charles Ives.
Großartig der Abschluss mit dem bekannten Marsch Nr. 1 aus "Pomp and Circumstance" op. 39 von Edward Elgar in der gut gelungenen Bearbeitung von Edwin Lemare. Das passte perfekt zum britischen Akzent dieser Orgel, die hier stellenweise an einen Dudelsack-Chor erinnerte. Natürlich nicht ohne dass die hölzerne Eule als Gruß der Orgelbaufirma zwischen den Pfeifen erschien.
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