Duisburg: Die "Freiheit" naht
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Duisburg (RPO). Vor fünf Jahren begannen die Arbeiten für den Masterplan Innenstadt. Die Gestaltung des einst für MultiCasa reservierten Geländes ist ein wesentlicher Bestandteil.
Wenn es in Kürze auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände so richtig brummt, dann nur, weil die erwarteten zigtausend Loveparade-Besucher dort die volle (Techno-) Dröhnung bekommen. In den vergangenen fünf Jahren wurde zwar der Abschied vom einst dort geplanten Mega-Einkaufszentrum MultiCasa durch den Bau des damals alternativ diskutierten Forums sichtbar. Doch Hochbauarbeiter finden auf dem Bahngelände bislang kein Betätigungsfeld.
Dabei steht im Groben bereits fest, was dort bewegt werden soll. Mit dem Projekt "Duisburger Freiheit" hat die Stadt beim Fachpublikum für Furore gesorgt. Und derzeit laufen alle Vorbereitungen dafür, dass im Spätherbst aus den reinen Ideen handfeste Projekte werden. Mittendrin eine offene Grünfläche, rundum Bürohäuser, am südlchen Rand Platz für Möbelgeschäfte – so könnte es werden.
Die Kasse ist leer
Die Masterplanung aus der Feder des englischen Stararchitekten Lord Norman Foster war von Anfang ein Projekt mit Langzeitwirkung. Mindestens zehn, eher 15, wenn nicht sogar 20 Jahre – so der Zeitrahmen für eine schrittweise Realisierung. Dass nach fünf Jahren so gut wie noch nichts zu sehen ist, war einkalkuliert. Doch: Wie weit die Vorbereitungen für die "Duisburger Freiheit" tatsächlich gediehen sind, das kann nur die Bahn-Immobilientochter Aurelis beantworten. Doch sie hüllt sich lieber in Schweigen, um ungestört von der Öffentlichkeit mit möglichen Investoren ungestört reden zu können. Wie weit der attraktive Umbau der Königstraße gediehen ist, sehen wir Duisburger tagtäglich. Vom Bereich vor dem Forum abgesehen, sehen wir davon nichts. Hier müsste die Stadt in die Kasse greifen, die aber ist leer. Und unter anderem wegen der Wirtschaftskrise trauen sic die Anlieger derzeit offenbar nicht, hier zu investieren. Vom Eurogate am Innenhafen ist bislang nur eine scheinbar isoliert in die Landschaft gebaute große Treppe zu sehen. Dafür gab es Geld vom Land.
Dass Investoren fleißig dabei sind, rund um die Treppe am Ufer das Großobjekt Eurogate zur Baureife zu bringen, können wir nur glauben. Und ebenso, dass die Freitreppe aus Sicherheitsgründen nicht für eine Zwischennutzung freigegeben werden darf – zum Beispiel als Freiluftarena für Events auf dem Wasser oder als Eingang zu schwimmenden Gastronomiebetrieben an ihrem Fuß. Ein neues Verkehrskonzept für die Innenstadt wird derzeit auf den Weg gebracht und hat immerhin schon den politischen Raum erreicht. Auch eine mögliche Bebauung des Rathausplatzes ist bereits dort Thema gewesen. Dass das Gelände der gegenüberliegenden Berufsschule bald frei wird – das ist Fakt.
Die Ungeduld steigt
Vor fünf Jahren begannen die Planungen für den Masterplan, den Foster im Februar 2007 im Rathaus vorstellt. Drei Jahre später steigt die Ungeduld. Den neugierig machenden Worten könnten eigentlich bald mal Taten folgen!
Info Unsere Serie über den Masterplan Innenstadt ist damit beendet.
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