Duisburg: Die Hoffnung stirbt zuletzt
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 13.02.2010Duisburg (RPO). Mit dem Auszug von C & A aus der Immobilie an der Münzstraße geht der dortige Niedergang beschleunigt weiter. Nicht von ungefähr sieht Lord Foster in seinem Masterplan für diesen Bereich der Altstadt grundlegend Neues vor.
Serie – drei Jahre später
Ende Februar sind es drei Jahre her, als Lord Norman Foster im Rathaus den Masterplan für die Duisburger Innenstadt vorstellte. Seitdem hat sich einiges bewegt, vieles ist aber auch noch zu tun. In unserer Serie widmen wir uns den Schwerpunkten des Plans. In den nächsten Folgen geht es unter anderem ums Verkehrskonzept.
Der Ist-Zustand macht wenig Mut. Das C & A-Haus steht seit Ende Januar leer, eine offizielle Nachfolgeregelung gibt es nicht. "Das Haus gehört einem Immobilienfonds. In dieser 1 b-Lage glaube ich auch nicht, dass sich alle Etagen mit Einzelhandel nutzen lassen", glaubt Beate Herzberg. Die Leiterin der C& A-Filiale im Forum sieht die Münzstraße aber generell durchaus noch als Einzelhandels geeignet – aber eben kleinteiliger: "Dass sich das ehemalige C & A-Haus zumindest im Erdgeschoss vermieten lässt, glaube ich schon", so Beate Herzberg.
Damit ist sie durchaus einig mit den Vorstellungen des Masterplans, der großflächige Textiler im Bereich der Altstadt als Ausgangsmodell ansieht. Kleinere Einheiten, Boutiquen, aber auch Künstlerateliers und City-Wohnungen, das könnte sich Lord Foster hier vorstellen. Ein großes Outlet-Center könnte als Magnet wirken, glaubt IHK-Einzelhandelsexpertin Astrid Schulte. Zumindest im Kleinen funktioniert das aber auch nicht sonderlich, wie das Beispiel SinnLeffers zeigt. Die Leerstände gerade im unteren Bereich der Münzstraße nehmen dagegen stetig zu. Auch ein türkisches Brautmodengeschäft anstelle des Ein-Euro-Shops im Ladenlokal des City-Parkhauses wird da entscheidende Impulse bringen.
Durststrecke
Eine Durststrecke wird es sicher noch einmal ab dem Frühjahr geben, wenn die Großbaustellen Königsgalerie und Stadtfenster für eine Zäsur sorgen. Vorübergehend wird dann Münz- und Beekstraße ein wenig abgeschnitten vom Rest der Fußgängerzone. Dabei gibt es durchaus erfolgversprechende Ansätze für Verbesserungen. Dazu muss zum Beispiel endlich eine wirklich sichtbare deutliche Verbindung vom Innenhafen zur Münzstraße geschaffen werden. Das wird letztlich auch durch den Ausbau des RSWG-Speichers zum Landesarchiv begünstigt. Für dieses Vorhaben soll es wie berichtet im April den ersten Spatenstich geben. Manfred Stüdemann plant mit seiner Projekt-Entwicklungsgesellschaft ein größeres Objekt an Stelle der jetzigen Holzhandlung Schweitzer und ist natürlich besonders daran interessiert, dass sein Vorhaben nicht vom Rest der City abgeschnitten wird. Deshalb macht auch er sich Gedanken über eine Vitalisierung der Münzstraße.
Großflächiger Handel ist out
Auch von westlicher Seite her könnte die Altstadt Impulse bekommen – wenn das geplante große Ärztezentrum auf dem jetzigen großen Parkplatz an der Steinschen Gasse realisiert wird. Dr. Ralf Oehmke, Chef der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, geht fest davon aus, dass das Vorhaben verwirklicht wird: "Das verzögert sich nur etwas." Fazit: Altstadt, Münz-und Beekstraße haben eine Zukunft, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber die Zukunft erfordert dort neue, kleinteilige, kreative Strukturen – die Zeit großflächigen Einzelhandels ist längst passé.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







