Duisburg: Die „Mammut-Schule“ kommt
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 22.08.2007Duisburg (RPO). Auf dem Brachgelände beim Tectrum soll das neue „Berufskolleg Mitte“ entstehen. Dem Komplex fallen ein Drittel des „Carstanjens Gartens“ und zwei Häuser zum Opfer. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor.
Noch liegt es brach, das Gelände zwischen Mülheimer Straße/Bismarckstraße und Pappenstraße/Memelstraße in Neudorf. Auf dieser Fläche sollte einstmals der Technologiepark die Lücke zwischen dem „Haus der Wirtschaftsförderung“, Tec-Tower (Rundling) und Tec-Center schließen. Geht es nach den Plänen der Stadtverwaltung steht hier bald das „Neue Berufskolleg Mitte“, in dem das „Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg“ und das bisherige Berufskolleg Mitte am Burgplatz zusammengefasst werden und das insgesamt 5700 Voll- und Teilzeit-Schüler besuchen .
Kosten und Prozedere
Der Stadt entstehen durch Grunderwerb, Mieterfreisetzung und Abbruch der Häuser in der Ankerstraße Kosten in Höhe von etwa 850 000 Euro.
Im Gegenzug spart sie Millionen, weil die zusammengefassten Berufskollegs einer dringenden Sanierung bedurft hätten. Der Neubau soll von einem Privaten finanziert werden. Die Stadt ist dann Mieter des Schulgebäudes.
An einem Wochentag werden durchschnittlich 3100 Schüler das Gelände bevölkern, hinzu kommen der Unterricht am Wochenende und 1200 Besucher, die zum Beispiel die Turnhalle außerschulisch nutzen. Ein Bürger sprach bei der öffentlichen Vorstellung des Projektes im Dezember von einer „Mammut-Schule“. Nun liegen die erforderlichen Gutachten vor, die Planungen sind konkret.
Um das erhöhte Verkehrsaufkommen für die Anwohner erträglich zu gestalten, sind 600 Parkplätze in einer Tiefgarage vorgesehen. Es sind mit Absicht so wenige: Schüler und Lehrer sollen auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. Und damit die Schüler die anliegenden Straßen nicht zuparken, wird eine Anwohnerparkzone eingerichtet. Um den zu erwartenden Schullärm wollen sich die Verantwortlichen in den späteren Baugenehmigungsverfahren kümmern.
Am härtesten treffen die Planungen die Bewohner der Ankerstraße 8 und 10. Ihre Häuser werden abgerissen. Die Stadt bietet ihnen Ersatzwohnungen an, ein Sozialplan soll aufgelegt werden.
Die Pläne der Stadt
Und so könnten die 6,4 Hektar nahe der Innenstadt in einigen Jahren aussehen: „Carstanjens Garten“ wird nicht entfernt, aber um ein Drittel verkleinert und der Spielplatz in die Grünfläche verlegt. Als Ausgleich entsteht eine „Grünachse“ parallel zur Pappenstraße. Sie bleibt vom Technologiepark Norman Fosters übrig. Neben dem Garten ragt ein 23,5 Meter hohes Hochhaus in den Himmel, nicht weit davon entfernt ein zweites Bürogebäude. Dahinter liegt der Schulkomplex, an dessen Ende ein weiteres Hochhaus „denkbar“ sei, so die Verwaltung. (Kommentar)
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