Duisburg: Die Stadt des Handels
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 16.08.2008Duisburg (RPO). Duisburg lebt und lebte immer vom Handel. Dabei kam der alten Handelsstraße, dem Hellweg, schon immer eine besondere Bedeutung zu. Über den Duisburger Süden bis nach Düsseldorf und Krefeld reichten die Ausläufer.
Süden Bei allen archäologischen Funden, die im Duisburger Süden auftauchen gibt es einen verbindenden Faktor: Den Hellweg.
Die alte Handelsstraße sorgte schon zur Zeit der Römer für eine Verbindung zwischen Rhein und Elbe. Seine Ausläufer, so die Theorie von Dr. Volker Herrmann von der unteren Denkmalbehörde der Stadt Duisburg, reichten bis nach Krefeld. Denn in römischer Zeit lag einer der Rheinübergange weiter südlich, gegenüber von Krefeld-Gellep, dem damaligen Gelduba. An dem Hellweg pulsierte das Leben, blühte der Handel und fand der kulturelle Austausch statt – in allen Epochen der Duisburger Stadtgeschichte. Dabei kommt dem Duisburger Süden eine größere Bedeutung zu als gedacht. Schon in der Bronze- und Steinzeit war der Angerbogen Jagd und Siedlungsgebiet. Durch die Wald und Auenlandschaft streiften kleine familiäre Verbände, die temporäre Siedlungen und Lagerstätten errichteten. In der Römerzeit existierte auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Serms ein Handelsplatz, den Römer und Germanen zu gleichen Teilen nutzten, um hier, außerhalb des römischen Lagers bei Gellep, Handel zu treiben (RP-Serie Teil 1).
Handelswege waren wichtig
Die Handelswege sorgten auch für zahlreiche fränkische Neugründungen, was heutzutage beispielhaft noch immer am Ortsnamen von Huckingen abzulesen ist. Als Durchgangsort zwischen Kaiserswerth und Duisburg kam den Siedlungen im Duisburger Süden eine besondere Stellung zu. Zoll und Wegestationen gab es dabei auf Duisburger Stadtgebiet genauso wie daraus ihre Vorteile ziehende Raubritter (der Steinhof und das Gut Böckum sind dafür ein gutes Beispiel).
Doch in den langen Jahren der archäologischen Arbeit in Duisburg ist „viel liegengeblieben“, wie Volker Herrman weiß. „Bisher wurde viel in der Innenstadt ausgegraben, jetzt müssen wir uns auf die Ortsteile fokussieren“, so der Stadtarchäologe. Mit drei neuen Mitarbeitern wurde dafür sein Team verstärkt.
Im Büro Hermanns hängt eine große Stadtkarte, rote Punkte und orangene Flächen lassen sie durchlöchert wie einen Schweizer Käse aussehen. Sie symbolisieren die zahlreichen Fundgebiete, die es zu untersuchen gibt. Ein Gesamtbild zu erstellen, in dem die Zusammenhänge deutlich werden, ist das erklärte Ziel der nächsten zehn Jahre.
„Duisburg ist bis heute ein Schnittpunkt für Warenumschlag, in seiner Bedeutung ähnlich wie Mainz oder Koblenz. Aber diese Städte haben ihre Geschichte bisher besser aufgearbeitet“, weiß Herrmann. Duisburg, eine Stadt, die vom Handel lebte und lebt. Heute wie damals ist die Stadt dieser Aufgabe gewachsen.
Dies war die letzte Folge der RP-Serie „Archäologie im Duisburger Süden“, die die archäologischen Funde im Süden der Stadt betrachtete.
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