Duisburg: Die Tücken eines Megaevents
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 11.06.2010Duisburg (RPO). Mehr als eine Million Menschen erwarten Experten zur Loveparade. Sanitäre Anlagen, Müll und die Anfahrt tausender Raver – das Ordnungsamt und Duisburg Marketing arbeiten auf Hochtouren.
Die Loveparade kommt am 24. Juli nach Duisburg – und mit ihr rund eine Million Menschen, die mit Lebensmitteln und Getränken versorgt werden wollen, Tonnen von Müll produzieren, sanitäre Anlagen brauchen und sich ihren Weg durch die Stadt zum Veranstaltungsort am ehemaligen Güterbahnhof bahnen.
In Essen waren es 80 Tonnen
2007 in Essen waren es rund 80 Tonnen Abfall, die nach der Party der Superlative entsorgt werden mussten. Dortmund konnte 2008 die Müllmenge auf 75 Tonnen reduzieren, Grund war ein Glasverbot. Auch in Duisburg soll nach Willen des Ordnungsamtes für den Tag der Loveparade solch ein Verbot herrschen. Stimmt der Stadtrat dem zu, wird nicht nur der Müllberg kleiner, es werden auch Schnittverletzungen durch Scherben verhindert. Im Vergleich: in Dortmund wurden 90 Schnittverletzungen gemeldet – in Essen rückte die Feuerwehr 900 mal aus.
Auch wenn noch mehr als sechs Wochen vor der Loveparade liegen, das Ordnungsamt arbeitet auf Hochtouren. "Wir planen gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Bundespolizei, den Wirtschaftsbetrieben, der DVG, Straßen NRW und vielen mehr", berichtet Ursula Fohrmann, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes und Koordinatorin für die Loveparade.
Wer den Müll der Partygäste entsorgen wird, ist noch nicht klar. Zurzeit läuft ein Ausschreibungsverfahren des Veranstalters Lopavent. Sollten die Duisburger Wirtschaftsbetriebe den Zuschlag bekommen, werden zusätzlich 190 Mitarbeiter im Einsatz sein. "Es wird Zwischenleerungen und Notfallteams geben. Ab etwa 2 Uhr würden wir mit Kehrwagen, Schneeschiebern und Laubsaugern für Sauberkeit sorgen", sagte Volker Lange, Sprecher der Wirtschaftsbetriebe. Der Experte rechnet mit zehn zusätzlich benötigten Müllwagen: "Das hört sich wenig an, entspricht aber 80 Tonnen gepressten Mülls."
Drehscheibe Hauptbahnhof
Drehscheibe des Magaevents ist der Hauptbahnhof, von dort laufen die Raver wie berichtet über zwei durch die Stadt führende Zubringer zum Veranstaltungsort. "Natürlich wird auf der Wegstrecke und dem Veranstaltungsgelände für die Versorgung der Besucher mit Getränken gesorgt", kündigte Duisburg Marketingchef Uwe Gerste an und Ursula Fohrmann berichtete, dass zudem ausreichend Dixie Klos aufgestellt würden.
Insgesamt werden 13 000 Haushalte von der Loveparade beeinträchtigt. "Natürlich kann man die Wohnung weiterhin verlassen, aber einige Straßen werden nicht befahrbar sein", so Ursula Fohrmann. Sie riet davon ab, das Auto vor der Haustür stehen zu lassen, auch wenn kein Halteverbot herrsche: "Es werden viele Menschen durch die Straßen laufen, und es kann schnell zu Schäden an Fahrzeugen kommen."
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