Duisburg: Die Welt des Kartonmodellbaus
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 04.12.2009Duisburg (RPO). Am Sonntag, 11 Uhr, wird im Duisburger Binnenschifffahrtsmuseum die Ausstellung "Nicht von Pappe" eröffnet, die mit 370 Exponaten einen einzigartigen Querschnitt über die Vielfalt des Kartonmodellbaus zeigt.
Axel Huppers' Hobby war früher die Chemie. Folgerichtig wurde er Chemiker. "Deshalb musste ich mir ein neues Hobby suchen und wurde Kartonmodellbauer", berichtete er gestern bei der Vorbesichtigung der Ausstellung "Nicht von Pappe – Die Welt des Kartonmodellbaus", die am Sonntag, 6. Dezember, 11 Uhr, im Deutschen Museum der Binnenschifffahrt (Apostelstraße 84, Ruhrort bzw. Laar) eröffnet wird.
Bis zu 400 Stunden
Heute gehört Axel Huppers dem "Arbeitskreis Geschichte des Kartonmodellbaus" an. Mittlerweile schreibt er Artikel über Kartonmodellbau in Fachzeitschriften und gibt auch gelegentlich Modellbau-Bögen heraus. Der erste Bogen datiert übrigens aus dem Jahr 1628. Allerdings gesteht Huppers, dass er nicht so viel Geduld hat wie sein Kollege Karl Thomas Spitler, pensionierter Anwalt. Spitler beschäftigt sich täglich vier bis fünf Stunden mit Karton-Modellbau. Er arbeite im Wohnzimmer, so dass er sich immer mal wieder mit seiner Frau unterhalten könne, die das Lesen bevorzuge. "Unser Fernseher steht im Arbeitszimmer", berichtete er gestern schmunzelnd. Jedenfalls tüftelt Spitler auch mal 400 Stunden an einem einzigen Modell; während Huppers nach 60 bis 80 Stunden fertig sein möchte.
Aktionstage
Die Ausstellung kann nach der Eröffnung am 6. Dezember bis zum 5. April in der Galerie des Binnenschifffahrtsmuseums besichtigt werden. An der Schau mitgewirkt haben neben Axel Huppers vom "Arbeitskreis Geschichte des Kartonmodellbaus (AGK) e.V." Marion und Hans-Werner Kimpel von der BSG Stadtwerke Duisburg AG – Modellbau.
Während der Ausstellung gibt es Aktionstage, an denen Besucher sich mit den Kartonmodellbauern austauschen können. Diese Aktionstage sind am 30. Januar, 27. Februar und am 6. März, jeweils von 14 bis 17 Uhr.
Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Tel. 0203 808890.
In der Sonderausstellung des Binnenschifffahrtsmuseums sind insgesamt 370 Exponate von 13 Leihgebern aus Nah und Fern zu sehen. Präsentiert wird die gesamte Vielfalt des Modellbaus aus dem Material Karton. Die "Motive" sind höchst unterschiedlich: von lebensecht nachempfundenen Tieren und Menschen bis hin zu Militärfahrzeugen, Lokomotiven, Traktoren und berühmten Bauwerken. Ein Kuriosum ist der Nachbau eines Atomkraftwerks. Den Schwerpunkt bilden naturgemäß Schiffsmodelle. Museumsleiter Heinrich Kemper legt Wert darauf, dass nicht nur die ganz hohe Kunst des Modellbaus präsentiert wird, sondern auch Beispiele, die ein geschickter "Laie" bewältigen kann. So ist auch ein 100 Zentimeter langer Schlepper zu sehen, der aus schlichtem Wellkarton hergestellt wurde.
Winzige Figuren
Wer nicht den Ehrgeiz hat, selber Modelle aus Karton zu bauen und sich nur als Besucher an den Ausstellungsstücken erfreuen möchte, ist von den oft filigranen Modellen mit zum Teil winzigen, aber dennoch genau nachgebildeten Figürchen fasziniert. Für einige dieses Modelle gibt es keine Bögen, sie werden von den "Bastlern" selber mit zum Teil nur millimetergroßen Kartonschnipseln hergestellt.
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