Duisburg: Die Welt des Lesezeichens
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Duisburg (RPO). Eine neue Ausstellung mit Lesezeichen ist ab heute in der Bezirksbibliothek Rheinhausen zu sehen. Privatsammler haben insgesamt 1000 Exponate zur Verfügung gestellt. Das älteste Lesezeichen ist über 900 Jahre alt.
rheinhausen Die im vergangenen Jahr in der Ruhrorter Stadtteilbibliothek gezeigte Lesezeichenausstellung ist ab heute im Foyer und Lesesaal der Bezirksbibliothek Rheinhausen zu sehen – und zwar größer und vielseitiger als zuvor. 1000 Exponate aus den Archiven dreier Privatsammler gibt es zu bestaunen. Mal mit historischer, internationaler und kindgerechter Ausprägung versehen, beweisen die Freunde des Lesezeichens, dass das Objekt ihrer Sammelleidenschaft mehr ist, als nur ein praktisches Hilfsmittel zum Markieren der Seiten in einem Buch.
Grünlich-braun schimmert die älteste Leihgabe der Ausstellung durch das Glas der im Bibliotheksvoyer aufgestellten Vitrine. Die drei Seidenbänder aus dem elften Jahrhundert dienten schon Mönchen und Gelehrten des Mittelalters als Lesehilfe. Sie stammen aus der Sammlung des Niederländers Georg Hartong. Aus Zufall hat er vor 20 Jahren begonnen Lesezeichen zu sammeln. „Damals habe ich viele antiquarische Bücher gekauft. Lesezeichen aus der Zeit, als die Bücher entstanden sind, gab es oft dazu oder lagen noch zwischen den Seiten“, erzählt Hartong bei der Eröffnung der Ausstellung. So sei er an die ersten historischen Lesezeichen gelangt. „Ich habe dann einfach damit weiter gemacht und Lesezeichen auf Tauschbörsen und aus Sammlungsauflösungen hinzugekauft“.
Tauschbörse
Die Lesezeichen-Ausstellung ist ab heute im Foyer- und im Lesesaal der Bezirksbibliothek Rheinhausen an der Händelstraße 6, bis zum 14. Juni, zu sehen. Geöffnet ist die Bücherei Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. Am Samstag zudem von 10 bis 13 Uhr. Heute findet zur Eröffnung eine Lesezeichen-Tauschbörse von 10 bis 14 Uhr in der Bibliothek statt. Laut Bibliotheksleiter Wolfgang Eilers soll die Lesezeichen-Ausstellung von nun an alljährlich stattfinden. Die Tauschbörse auch.
Qualität statt Quantität
Zwischen 60 000 und 70 000 Lesezeichen aus der ganzen Welt habe er nun schon. „In Holland gibt es einen Sammler, der vor einem Jahr mit 75 000 Lesezeichen im Guinnesbuch der Rekorde stand“, so der Niederländer. Auf Quantität komme es ihm aber nicht an, sonder auf Qualität. Das wird auch bei der Lesezeichenausstellung deutlich. Hartongs Exponate reflektieren die geschichtliche Entwicklung des Lesezeichens. Von den eher schmucklos-pragmatischen Anfängen im elften Jahrhundert über bunte, mit aufwendigen Stickereien verzierte Modelle aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis zur Entdeckung des Lesezeichens als Werbeträger Ende des 19. Jahrhunderts.
Einen anderen Ansatz verfolgt Clemens Posten aus Karlsruhe. Der Professor für Biologie und Verfahrenstechnik ist viel in der Welt herumgereist. „Vor 20 Jahren habe ich angefangen Lesezeichen als kleines Souvenir aus dem Urlaub mitzubringen“, berichtet der Gelehrte. Zirka 4000 seien es mittlerweile. Die Auswahl seiner Sammelstücke, die in der Bezirksbibliothek zu sehen ist, spannt einen bunten Bilderbogen über alle fünf Kontinente. Ein Lesezeichen aus den USA zeigt die Comic-Ikone Mickey Mouse. Ein australisches Exponat ist aus laminiertem Eukalyptus.Viele afrikanische Modelle dagegen aus Holz mit Schnitzereien verziert.
Zeitgenössische Stücke
Auf zeitgenössische Lesezeichen für Kinder hat hingegen Rosemarie Abel aus Duisburg viel Wert gelegt. Ihre Leihgaben zeigen Clownfisch Nemo oder die Helden aus der Sesamstraße. Aber auch Exponate aus der Türkei und ernsthaftes für Erwachsene ist zu sehen.
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