Duisburg: Doku-Filme auch für Kinder
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 02.10.2009Duisburg (RPO). "Doxs! Kino", die Kinder- und Jugendsektion der Duisburger Filmwoche (2. bis 8. November), präsentiert zum achten Mal Dokumentationen für Kinder und Jugendliche. Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Schweden. Anmeldung erforderlich, aber freier Eintritt für Schulklassen
Hier weiß man es vielleicht noch nicht, ansonsten ist aber in der gesamten deutschsprachigen Filmszene bekannt, dass Duisburg "eine Wagenburg des dokumentarischen Films" ist. Dieses Urteil bezieht sich zum einen auf die Duisburger Filmwoche, die vom 2. bis 8. November zum 33. Mal stattfindet; es gilt aber auch für die Kinder- und Jugendsektion der Filmwoche, die seit acht Jahren unter dem Titel "Doxs!" Kino" veranstaltet wird.
Filme auf Europatour
Inzwischen ist "Doxs! Kino" etabliert; die für das Duisburger Jugend-Dokumentarfilmfestival ausgesuchten Produktionen gelten als vorbildlich und gehen stets auf Tournee durch europäische Städte. 18 Filme werden in diesem Jahr im "Doxs!"-Programm gezeigt, darunter zwölf deutsche Produktionen. Mehr als sonst, wie Projektleiterin Gudrun Sommer gestern beim Pressegespräch hervorhob. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Bedeutung des dokumentarischen Films für junge Leute endlich auch hierzulande gesehen werde.
Eintritt frei
Alle Schulvorstellungen sind kostenfrei. Die Filme werden nach Altersziel-Gruppen zusammengestellt. Ein Programm dauert etwa 90 Minuten. Schulklassen-Besuche müssen angemeldet werden. Anmeldung und individuelle Lehrerberatung bei Stefan Schröer unter Tel. 0203 / 283 4164. Info im Internet unter www.do-xs.de
In Schweden geschieht das schon seit 50 Jahren. Deshalb ist das skandinavische Land in diesem Jahr auch "Doxs!"-Schwerpunktthema. Schwedische Kinder- und Jugendfilme widersetzten sich, so Gudrun Sommer, dem gängigen Kinderfilmformat-Schema, das so aussehe: Ein Kind hat am Beginn des Films ein Problem, das am Ende des Films gelöst ist. Auch in Schweden widmen sich die Filme den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Für die Darstellung schwieriger Situationen finden die schwedischen Autoren – im Gegensatz zu ihren Kollegen aus anderen Ländern – mitunter ungewöhnliche Lösungen. In der 19-minütigen Produktion "Said I had a Bad Dream" kommen fünf Kinder im Alter von dreieinhalb bis acht Jahren zu Wort, die mit ihrer Mutter in einem Frauenhaus leben. Sie berichten, wie sie ihren (die Mutter) prügelnden Vater erlebt haben. Man hört die Kinder im Original; zu sehen sind animierte Bilder, die von den Kindern zum Teil selbst gemalt wurden.
Experiment mit dem Wald
Die Dokumentation "Zwölf Jahre alt" zeigt ein Mädchen, das in zwei Welten lebt, zwischen Kindheit und Erwachsensein. Zum ersten Mal spielt beim "Doxs!"-Festival auch der Experimentalfilm eine wichtige Rolle. "Paradoxs" ist der schöne Titel dieser Unterreihe, bei der zum Beispiel die "schaurigschöne Erhabenheit des deutschen Waldes" in Szene gesetzt wird.
Die Filme werden vom 3. November bis 6. November vormittags im Filmforum gezeigt. Die Zielgruppe reicht von Erstklässlern bis zu Schülern der Oberstufe. Nach der Aufführung eines Films bleibt Zeit zum Gespräch. Schwedische Filme werden im Original (mit englischen Untertiteln) gezeigt; die Texte werden dabei live von Übersetzern auf Deutsch eingesprochen.
Programmbroschüren zum Mitnehmen gibt's im Filmforum und anderswo.
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