Duisburg: Doppelter Erfolg für Integration
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 25.04.2009Duisburg (RPO). Zwei gute Nachrichten für Migranten gab es diese Woche in Duisburg: Zum einen wird der "Förderunterricht für Migrantenkinder" fortgesetzt, zum anderen ist das neue Projekt "INTEGRA" von ARGE und Awo sehr erfolgreich.
Thema Integration
Fast 1 050 000 Kinder und Jugendliche ohne deutsche Staatsangehörigkeit leben in Deutschland. Aussiedler- und Migrantenkinder mit deutscher Staatsangehörigkeit kommen hinzu. Schlechte Integration von Menschen mit Migrationshintergrund kostet den deutschen Staat jährlich 16 Milliarden Euro.
"Manchmal habe ich noch Probleme mit der Sprache. Dann sage ich mir ,ich schaffe das', und es geht weiter", sagt Sunay Veziroglu in etwas gebrochenem Deutsch. Die 35-jährige Türkin nimmt neben sieben anderen Teilnehmerinnen am Pilotprojekt "INTEGRA" teil. Mit dem Gemeinschaftsprojekt der ARGE und der Awo-Duisburg sollen Migrantinnen durch praktische Arbeit in Verbindung mit Sprachförderungskursen auf das Berufsleben vorbereitet werden. "Viele Zuwanderer verfügen bereits über Berufskenntnisse, Problempunkt ist jedoch die Sprache", sagte ARGE-Bereichsleiter Oliever Vrabec. Genau dort setze das Pilotprojekt an. Die deutsche Sprache wird durch "INTEGRA" im praktischen Umgang erlernt. Aufgrund des Erfolges wollen ARGE und Awo die Teilnehmerzahl des Pilotprojektes Schritt für Schritt erhöhen. Interessierte können sich dort melden.
Sunay Veziroglu arbeitet im Seniorenzentrum Vierlinden, und ihr macht die Arbeit großen Spaß: "Ich mag alte Leute, und ich lerne bei der Arbeit viele neue Wörter", sagt Veziroglu. Jessica Wenzel, pädagogische Begleiterin von Sunay Veziroglu, sieht genau darin den großen Vorteil: "Durch die Kombination von Arbeit und Sprachkursus erweitert sich der Wortschatz immens", so Wenzel. Nach Abschluss von jeweils zwölf Monaten in der Betreuung sollen die Frauen an einen Arbeitgeber vermittelt werden.
Neben dem "INTEGRA"-Projektgab es in der vergangenen Woche weitere gute Nachrichten aus dem Bereich Integration: Das seit 2001 laufende Gemeinschaftsprojekt "Förderunterricht für Migrantenkinder" der Stadt Duisburg und der Stiftung Mercator soll durch einen "Matching Fund" weiterfinanziert werden. "Das Projekt war bis jetzt sehr erfolgreich, weshalb wir es auf jeden Fall weiterlaufen lassen und nachhaltig fördern wollen", sagte Stiftungsmitglied Agnieszka Salek.
Grundlage für die Bewertung des Projektes war eine Studie des Europäischen Forums für Migrationsstudien (efms), nach der sich 53 Prozent der Schüler im Fach Deutsch, 46 Prozent in Mathematik und 45 Prozent in Englisch nach dem Unterricht um mindestens eine Note verbessert hätten.
Zurzeit werden in Duisburg 500 Schüler in der Sekundarstufe I und rund 200 Schüler in der Sekundarstufe II durch das Projekt gefördert. 40 der bundesweit 1500 eingesetzten studentischen Lehrer arbeiten hier.
Informationen unter www.mercator-foerderunterricht.de und www.awo-duisburg.de.
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