Duisburg: DSDS: Der "Checker" aus dem Kohlenpott
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 17:40Thomas Karaoglan singt am Samstag bei "Deutschland sucht den Superstar" bei RTL vor einem Millionenpublikum. "Der Checker" kommt aus Duisburg-Meiderich, einem Arbeiter- und Industrieviertel. Der Stadtteil steht hinter dem "Checker".
Die Rollläden am Fenster in der Wohnung der zweiten Etage sind heruntergelassen. Drei Familien wohnen auf zwei Etagen in dem roten Backsteinhäuschen aus den 1920er Jahren im Duisburger Stadtteil Meiderich. Das Haus liegt an einer belebten Straße. Auf dem oberen der drei Namensschilder an der Eingangstüre steht der Name Karaoglan. „Da oben wohnt der ’Checker’”, sagen zwei an dem Haus vorbeischlendernde Kinder.
Sie meinen den 16-jährigen Thomas Karaoglan, der es bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar” unter die TOP-15 geschafft hat und am Samstagabend live vor einem Millionenpublikum im Fernsehen singen wird. Dieter Bohlen, Juror bei „Deutschland sucht den Superstar” verpasste Thomas wegen seines losen Mundwerks und seinem Erscheinungsbild den Spitznamen „Checker”. Seit Thomas bei DSDS im Fernsehen zu sehen ist, sei er nur noch ganz selten zuhause, berichten Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft. Im Stadtteil Meiderich gibt es auf den Straßen seitdem nur ein Gesprächsthema, der „Checker” ist in aller Munde. Vor seinem Elternhaus sucht man Fans aber vergeblich. Nichts deutet daraufhin, dass in dem roten Backsteinhaus ein Kandidat von „Deutschland sucht den Superstar” wohnt.
Besonders Kinder und Jugendliche aus dem Viertel sind stolz darauf, dass es einer aus ihren Reihen aus dem Arbeiterviertel Meiderich ins große Musikgeschäft geschafft hat. In dem Stadtteil im Duisburger Norden wohnen vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, viele beziehen HartzIV, finden keine Arbeit. Etwa 78.000 Menschen wohnen in dem Stadtbezirk Meiderich. Besonders hart wurde es dort für viele als die Industrie nach und nach aus dem von der Stahlindustrie geprägten Stadtteil verschwand und damit viele Arbeitsplätze verloren gingen. Überregionale Bekanntheit genießt Meiderich vor allem durch den MSV Duisburg. Der aktuelle Zweitligist ist in dem Stadtteil gegründet worden und hat noch heute sein Trainingsgelände dort.
Am Samstagabend werden die Meidericher ihrem Thomas die Daumen drücken und für ihn anrufen. Denn am Samstagabend entscheiden die Fans am Telefon darüber, wer es von den noch 15 übriggebliebenen Kandidaten unter die Top-10 schafft und somit weiter vom „Superstar” träumen darf.
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