Duisburg: Duisburg - Vorbild für Integration?
VON CHRISTIAN STEINBRINK - zuletzt aktualisiert: 08.10.2010 - 10:21In den Wochen seit ihrer Ernennung zur Staatssekretärin für Integration hatte die Duisburgerin Zülfiye Kaykin wenig Zeit, sich ihrer Heimatstadt zu widmen. Der Auftritt in Marxloh war jedenfalls erst der zweite, den sie seitdem innerhalb der Stadtgrenzen absolvieren konnte.
Seit Juli 2010 ist sie Staatssekretärin für Integration im Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales. Bei der Arbeiterwohlfahrt in Marxloh stellte sie jetzt auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD Konzepte und Schwerpunkte vor.
Das Thema „Integration am Arbeitsplatz!? - Zusammenleben vor Ort gestalten“ war dabei nicht nur Kaykins Ureigenes, es besitzt auch, nicht zuletzt durch die Thesen Thilo Sarrazins und die anschließende öffentliche Diskussion, eine besondere Brisanz. Dementsprechend dauerte es auch keine zwei Minuten, bis nach der Begrüßung des Vorsitzenden der AfA Duisburg, Rainer Bischoff, der Name Sarrazin fiel. Kaykin bemühte sich in ihrer Rede, die Diskussion auf eine sachliche Ebene zu lenken, ohne die konkreten Probleme, die gerade in einigen Duisburger Stadtteilen bestehen, zu vernachlässigen.
Es fiel auf, dass sich die Integrationskonzepte der SPD von denen der Union zumindest in Teilen gar nicht mehr so stark unterscheiden. Beide Lager betonen die Bedeutung des Themas Bildung. Unterschiede liegen im Votum der SPD gegen eine zu frühe schulische Selektion und für längeres gemeinsames Lernen, und für ein kommunales Wahlrecht auch für Nicht-EU-Bürger, um das Gefühl für politische Partizipation zu stärken.
Auf Zuwanderung angewiesen
Kaykin betonte die Signalwirkung der Entwicklung Duisburgs für das Land NRW und den Bund. Die demografische Entwicklung im Bund zeige, dass Deutschland auf Integration und Zuwanderung angewiesen sei, so Kaykin weiter: „Wir haben nicht den Luxus, auf diese Potenziale zu verzichten.“ Die anschließende Diskussion mit den zahlreich erschienenen Bürgern, drehte sich auch um eine mögliche Kindergartenpflicht und die Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund. „Es gibt ohne Zweifel eine große Mitte der Gesellschaft, die Integration will“, stellte einer der Diskussionsteilnehmer fest.
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