Duisburg: Duisburger Hof erfindet sich neu
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 19.07.2007Duisburg (RPO). „Wir bauen ein neues Hotel“, lächelt Thomas Knabner. Der Direktor des Duisburger Hofs darf nicht mehr sagen zu den umfangreichen Renovierungsmaßnahmen, die im September offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen sollen. Zu den Kosten machte Knabner deshalb keine Angaben. Sie dürften aber in die Millionen gehen. Auch wenn sich die Umgestaltung nur auf den Innenraum des 1927 erbauten Hotels bezieht. „Außen etwas zu ändern, wäre ein Affront“, weiß Knabner.
Außerdem hat die Denkmalbehörde bei den Plänen ein Wörtchen mitzureden – außen und innen. Die Gespräche mit den Denkmalschützern führe der Steigenberger-Konzern, liefen aber völlig problemlos, teilte der Hoteldirektor mit. „Die Behörden wissen, dass ein leerstehendes denkmalgeschütztes Gebäude niemandem nützt. Da kann es noch so schön sein, irgendwann verfällt es.“
Der Charme alter Mauern
Dass aber steht nicht zu befürchten. Thomas Knabner liebt den Charme der alten Mauern, die zu einer Zeit gebaut worden sind, da man sich repräsentative, herrschaftliche Räume noch leisten konnte. Sowohl was den Bau als auch was den Unterhalt betrifft. Hotelneubauten sähen heutzutage fast alle gleich aus, meint der 46-Jährige. Sie hätten kaum noch Charakter.
Enge Flure, kleine Zimmer. All das findet man nicht im Duisburger Hof, dem „ersten Haus der Stadt“ – als das es seinerzeit geplant wurde. Hier wurde die politische und wirtschaftliche Prominenz empfangen. Um sie kümmerten sich die vielen Bediensteten. „Damals waren die Arbeitskosten nicht so hoch“, erläutert Knabner. Noch heute muss er zehn Prozent mehr Personal vorhalten als in einem Neubau nötig wären. Das liegt vor allem an den „endlos langen“ Wegen. Die kosten Zeit, Arbeitszeit.
In früheren Zeiten baute man aber nicht nur zu repräsentativen Zwecken derart groß. Die Größe hatte Funktion. Der Heizkeller zum Beispiel maß 150 Quadratmeter, dort lagerte die Kohle. Heute reichen 15 Quadratmeter. Von dem Weinkeller nutzt das Hotel heute nur fünf Prozent. Noch in den 60ern war er randvoll mit guten Tropfen. Heute können die Händler häufiger liefern. Knabner: „Niemand legt sich noch 40 000 Euro an Weinen in den Keller.“
Es sind eben andere Zeiten, auch in der Stadt. Die Innenstadt reformiert sich und aus der Neckarstraße, wo das Steigenberger steht, wurde ein Platz. Thomas Knabner sieht deshalb schon ab 2009 die schönste Außengastronomie Duisburgs an seinem Hause vor sich.
Opernplatz statt Neckarstraße
Die Stadt erfindet sich neu, der Duisburger Hof auch – eine Neuerfindung fehlt dem Direktor aber noch: „Die Neckarstraße sollte in Opernplatz umbenannt werden.“ Genauso schafft man feine Adressen.
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