Duisburg: Duisburgs Außenpolitik
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 25.06.2007Duisburg (RPO). Städtepartnerschaften haben in Duisburg Tradition. Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und auch die Bürger profitieren von den Freunden im Ausland.
Städtepartnerschaften sind teuer und bringen gar nichts! Wer mit dieser Einstellung an das Thema herangeht, sollte wissen, dass gerade nach dem Zweiten Weltkrieg feindliche Stimmung im Ausland gegenüber den Deutschen mit Hilfe von Partnerschaften, auf bürgerschaftlicher Ebene getragen, vermindert oder gar abgebaut wurden. Portsmouth und Calais haben aus Duisburger Sicht hier vor 57 Jahren (Portsmouth) beziehungsweise 43 Jahren die Vorreiterrolle eingenommen.
Versöhnung, Freundschaft, Vorurteile gegen die Kriegstreiber abbauen, das Bild vom Nazi-Deutschland gerade rücken – alles das waren damals die Motive, um aufeinander zuzugehen. Anders im Fall von Togo: Als vor 34 Jahren die Freundschaft mit Lomé besiegelt wurde, waren soziale und humanitäre Motive ausschlaggebend. Einem armen, nach Demokratie strebenden Land zu helfen, das wollten die Duisburger seinerzeit und boten beispielsweise jugendlichen Togolesen Ausbildungsplätze in Duisburg an. Von demokratischen Verhältnissen ist in Togo seit Jahren nichts mehr zu spüren. Darum ruht derzeit die Partnerschaft mit Lomé.
Neue Kandidaten
Neu in die Liste der Partnerstädte wird sich vermutlich schon bald San Pedro Sula in Honduras einreihen.
Erste Gespräche haben zudem mit der Stadtspitze von Perm in Russland stattgefunden, die an einem engeren Kontakt zu Duisburg sehr interessiert ist.
Über diese kommunalen Anbandelungen sowie über die „Transatlantische Partnerschaft“ mit New Orleans werden wir in gesonderten Artikeln berichten.
„Silberjubiläum“ wird in wenigen Wochen in Wuhan gefeiert, Duisburgs chinesischer „Anker“. Es war die erste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft überhaupt und ist derzeit wieder lebendiger denn je, nachdem unter Oberbürgermeisterin Zieling die städtische Außenpolitik eher stiefmütterlich behandelt worden war. Die Verbindung mit Duisburg und Wuhan hat zwar auch „normale“ Bürger zusammengeführt und für kulturellen und wissenschaftlichen Austausch gesorgt, aber ganz ohne Zweifel stehen wirtschaftliche Interessen hier im Vordergrund.
Bei den etwas jüngeren Städtepartnerschaften Duisburgs ist zunehmend der humanitäre, soziale Aspekt in den Vordergrund getreten. Vilnius beispielsweise wurde 1985, also noch zu Sowjetzeiten, mit Duisburg verbunden. 2009 wird die litauische Hauptstadt Kulturhauptstadt Europas sein, ein Jahr später unsere Nachbarstadt Essen und mit ihr Duisburg und weitere Ruhrgebietsmetropolen. Das sorgt für Schwung in der Beziehung zu Vilnius
Gaziantep ist das jüngste „Patenkind“ (seit 2005). Angesicht des hohen türkisch-stämmigen Migrantenanteils drängte sich dieser Kontakt nahezu auf. In Gaziantep, so betont es die Stadtspitze, sei die zunehmend stärker werdende türkische Wirtschaftskraft deutlich erkennbar. Zudem sollen bürgerschaftliche Kontakte für ein bessere Verständnis von Türken und Deutschen sorgen. Für viele Duisburger ist zudem die Region rund um die anatolische Großstadt alte Heimat.
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