Duisburg: DVG: Sparmaßnahmen sind notwendig
VON KLAUS THIEL-KLENNER - zuletzt aktualisiert: 11.07.2008Duisburg (RPO). „Wohin fährt der ÖPNV?“ lautete die Frage mit der sich eine Informations- und Diskussionsveranstaltung der Wählervereinigung Bürgerlich-Liberale (BL) jetzt befasste. Anlass der Veranstaltung war der neue, nicht unumstrittene Busfahrplan für den Duisburger Westen.
Als Referenten zum Thema „Öffentlicher Personennahverkehr“ konnte ein Experte gewonnen werden: Siegmund Skrandies, Sachgebietsleiter Verkehrsplanung bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG).
Sparzwang
Das Hauptproblem, so Skandries, sei der Sparzwang: Die Gesamtkosten für den ÖPNV konnten von 2002 bis 2006 um rund sechs Millionen Euro gesenkt werden. Von 2007 bis 2012 müssen weitere 10,1 Millionen eingespart werden. Daran gekoppelt sei eine Beschäftigungssicherung für die DVG-Mitarbeiter bis 2020. Trotz der schwierigen Bedingungen schaffe es die DVG, vier Straßenbahn- und 35 Buslinien fahren zu lassen und im Jahr rund 60 Millionen Fahrgäste in Duisburg zu transportieren.
In den „Stoßzeiten“, wo beispielsweise Kinder zur Schule oder zurückfahren wollen, müssen dafür sogar 55 zusätzliche Busse eingesetzt werden. „Die tun uns besonders weh, weil sie ansonsten nur herumstehen“, meinte Skrandies. Manche Sparmaßnahme sei auch schmerzhaft, aber leider notwendig. Wo ein Angebot nicht oder nur sporadisch genutzt werde, wird der Rotstift angesetzt. „Der ÖPNV ist auf regelmäßige Nachfrage angewiesen“, erklärte Siegmund Skrandies. „Wir sind kein Taxiunternehmen und leere Busse können wir uns nicht leisten.“
Der „Niederrheiner“ bleibt
Gerüchten, die Einrichtung einer „Schnellbus-Linie“ von Rumeln-Kaldenhausen in die Duisburger Innenstadt könne den Weg für eine Einstellung des „Niederrheiners“ ebnen, konnte Skrandies widersprechen: „Der „Niederrheiner“ wird vom Verkehrsverbund Rhein/Ruhr übernommen und dürfte damit für die nächsten acht bis zwölf Jahre gesichert sein.“ Eine Anregung aus den Reihen der Bürgerlich-Liberalen nahm Siegmund Skrandies mit nach Duisburg und wird sie in die entsprechenden Gremien tragen:
Da man an den VRR angebunden ist und keine moderatere Fahrpreisstaffelung einführen kann, könnte man mit dem Einzelhandel Gespräche führen, ob sich (ähnlich wie bei der Erstattung von Parkgebühren) bei einem Einkauf ab einem gewissen Warenwert nicht auch die (teilweise) Erstattung von Kosten für den Fahrschein umsetzen lässt. Davon, so BL-Sprecher Karsten Vüllings, könnten Handel und Kunden gleichermaßen profitieren. Auch die BL-Forderung nach mehr Busspuren, die den ÖPNV in der Innenstadt schneller und attraktiver machen sollen, wurde von Skrandies ausdrücklich begrüßt.
Eine gleichsam überraschende wie auch wichtige Erkenntnis an diesem Abend war allerdings die Tatsache, dass seit geraumer Zeit das Dezernat für Stadtentwicklung und Projektmanagement der DVG die politischen Ziele vorgibt und somit de facto bestimmt wo der ÖPNV in Duisburg fährt und wo nicht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






