Duisburg: Ein Kraftwerk im Mattlerbusch?
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 30.03.2007Duisburg (RPO). Immer höhere Energiekosten sorgen für wirtschaftliche Probleme bei der Niederrheintherme. Ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk könnte die Kosten in größerem Umfang senken. Doch nicht alle Bürger sind mit den Planungen einverstanden.
„Die Niederrhein-Therme ist ein Opfer der explodierenden Energiekosten, es ist nötig sie durch alternative Energien wieder auf einen wirtschaftlicheren Kurs bringen“, dies eröffnete Hartmut Lange, Geschäftsführer der „Mattlerbusch GmbH“, am Mittwochabend den im Mattlerhof versammelten Bürgern. Der Vorstand der Mattlerbusch GmbH hatte zur öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Das Problem: Die Therme verbraucht zu viel Energie. 12,5 Millionen Kilowattstunden benötigt der Park jährlich. Geheizt werde mit Erdgas, doch da die Preise in den vergangenen Jahren fast um 40 Prozent in die Höhe geschossen seien, müsse man nach einer Möglichkeit suchen, die Energiekosten zu senken, berichtete Hartmut Lange. „Vor der Pleite steht die Therme jedoch nicht“, betonte er. Josef Wörmann, CDU-Ratsherr und Verwaltungsrats-Vorsitzender der Mattlerbusch GmbH, stellte den Bürgern die Idee, einen Teil der Energie durch ein Blockheizkraftwerk zu ersetzten, vor. Er sagte: „Uns war wichtig, vor der Beschlussfindung mit den Bürgern in Kontakt zu kommen und transparent zu bleiben.“
Um die Idee des Blockheizkraftwerks zu verwirklichen, hatte sich der Mattlerbusch von der „ThermoPlus GmbH“, eine Tochter der Duisburger Stadtwerke, beraten lassen. Zusammen mit dem Hersteller der Heizkraftwerke, der Kraft & Wärme AG, stellte diese den Bürgern das Prinzip der Blockheizkraftwerke vor. „Beim Blockheizkraftwerk handelt es sich um einen Industriemotor, der mit Pflanzenölen angetrieben wird. Durch eine Kopplung wird ein Generator angetrieben, der Strom erzeugt, ein Abgas-Wärme Tauscher nutzt die zusätzlich entstehende Wärme,“ erklärte Michael Graue von der Kraft &Wärme AG. Der Mattlerbusch will der ThermoPlus GmbH ein Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem diese das Blockheizkraftwerk errichten kann. Die Therme würde somit 50 Prozent der Energie nicht mehr von den Stadtwerken, sondern von ThermoPlus beziehen, zu Preisen die unter denen der Stadtwerke liegen. Die Besorgnis der Bürger richtete sich vor allem auf den Gebrauch von Palmöl, da bei der Gewinnung dieses Öls große Teile des Regenwaldes abgeholzt würden.
Düse für andere Öle
Zu dieser Befürchtung sagte Johannes Museiol: „Um auf andere Pflanzenöle umzusteigen, muss lediglich eine Düse ausgetauscht werden, so stellen beispielsweise Rapsöl und Sonnenblumenöl eine Alternative da.“ Auf den Vorschlag der Anwohner, an Thyssen heranzutreten und um eine Gutschrift der Stadtwerke von an anderer Stelle eingesetzter Thyssen-Fernwärme zu bitten, reagierteder CDU-Ratsherr mit dem Versprechen, dass er sich dafür einsetzten werde, dass diese Alternative zum Blockheizkraftwerk geprüft werde.
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