Duisburg: Ein Pferd fördert Verantwortung
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 22.08.2009Duisburg (RPO). Der Förderverein der Erich-Kästner-Gesamtschule hat für rund 1500 Euro ein Pferd angeschafft: "Charmeur". Der Umgang mit dem Tier ist nach Ansicht der Lehrer von enormem pädagogischen Wert. Die Schüler – vor allem die Mädchen – finden es einfach toll.
Hochheide Charmeur ist umlagert von Mädchen, die ihm Gutes wollen. Sie striegeln und streicheln, bürsten die Mähne und kratzen die Hufe aus, immer zu zweit oder dritt. "Unsere Anmeldelisten für die Reit-, Voltigier- und Pferdepflege-AG explodieren", erzählt Schulleiter Günter Terjung.
Der Förderverein der Erich-Kästner-Gesamtschule hat ein Pferd angeschafft: einen 22-jährigen Vollblut-Hengst namens Charmeur, Berichten zufolge "eine ruhige Natur". Er verstärkt den Tierpark des Tempoli-Spielplatzes, der in direkter Nähe der Schule liegt. Immer mittwochnachmittags werden die Fünft- und Sechsklässler der Pferde-AG Charmeur besuchen.
Große Investition
Die Investition in ein Pferd konnte man sich leisten, weil es im vergangenen Jahr finanziell gut lief, erklärt Elke Kaiser vom Föderverein.
Die pädagogischen Effekte seien bereits spürbar: Die Schüler legten schon jetzt großen Einsatz und Verantwortungsbewusstsein für "ihr" Pferd an den Tag.
Außerdem habe man auch in andere Projekte große Summen gesteckt: "Für die Schulhofgestaltung sind über Jahre auch tausende Euro zusammengekommen."
"Sich um ein Lebewesen zu kümmern fördert das Verantwortungsgefühl. Man übernimmt Aufgaben, kann Zuverlässigkeit beweisen", erklärt Schulleiter Terjung den pädagogischen Wert der Sache.
Keine Angst vor hohen Tieren
Offensichtlich werden dabei auch Hemmschwellen abgebaut: Die zehnjährige Michelle hat keine Scheu davor, sich bei der Pferdefußpflege die Hände schmutzig zu machen. "Ich bin froh, wenn ich mal irgendwie mit Pferden zu tun habe", erzählt sie. "Einfach mit den Tieren zusammen zu sein, das ist ein schönes Gefühl. Und es macht mir Spaß, mich darum zu kümmern."
Natürlich bedeutet das Arbeit. "Das ist schon ein bisschen anstrengend", ergänzt Mitschülerin Patricia, "aber es macht auch Spaß." Angst vor dem Vollblut-Temperament habe sie nicht, sagt Michelle. "Aber es ist aufregend."
"Ein Pferd ist ein riesengroßes Tier, viel stärker als der Mensch. Das diszipliniert", erklärt Lehrerin Karolina Glodek, die die Pferde-AG leitet. "Die Kinder lernen, sich an Regeln zu halten. Und wenn sie dann wissen, sie können mit dem Pferd umgehen, das große Tier hört auf sie, dann baut das das Selbstbewusstsein unheimlich auf."
Arrangement in Kostenfragen
Der Förderverein hat rund 1500 Euro für Charmeur bezahlt, Ausrüstung wie Sattel und Zaumzeug inbegriffen. Was die laufenden Kosten betrifft – Futter, Pflege oder Tierarztrechnungen – das übernimmt zunächst mal Tempoli. Und auch die alltägliche Versorgung, denn natürlich wird ein Pferd nicht durch zwei Stunden am Mittwochnachmittag gepflegt. Viele jugendliche Besucher kümmerten sich jeden Tag um die Tempoli-Tiere, so die Erfahrung der Mitarbeiter.
"Wir sind froh, dass wir das Pferd bekommen haben", betont Tempoli-Pädagoge Peter Schäfers, "wir hätten das Geld dafür nicht gehabt." Sollten unerwartete Kosten entstehen, wolle man sich mit der Schule arrangieren. "Dann wird der Förderverein einspringen", so Schulleiter Terjung.
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