Duisburg: Ein Schwur für die Bildung
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010 - 09:24Duisburg (RPO). Bevor am Montag, 30. August, für viele Kinder die Schule beginnt, wurden gestern 70 Lehramtsanwärter im Duisburger Rathaus vereidigt. Sie versprachen, die Kinder "im Geiste der Menschlichkeit zu erziehen".
Anspannung, Vorfreude, Stolz und Nervosität – all diese Emotionen konnte man in den Gesichtern von 70 Lehramtsanwärtern für Duisburger Sonder- und Grundschulen ablesen, die gestern im Ratssitzungssaal des Rathauses vereidigt wurden. Thomas Vogel studierte bis vor kurzem noch an der Universität Duisburg-Essen. "Jetzt geht es aber endlich los", freute sich der Referendar. Die Vereidigung der angehenden Lehrer stellt traditionell den Beginn der zweijährigen Referendariatszeit dar, in der die einstigen Studenten endlich an Schulen unterrichten dürfen.
Aufregung und Vorfreude
"Es war spannend die Theorie zu lernen, aber jetzt bin ich bereit mit Schülern zu arbeiten", sagt der 24-jährige Oberhausener. "Ich will in der Grundschule unterrichten, weil ich den Grundstein für ein Leben voller Wissen legen will. Ich möchte da ansetzten, wo die Kinder noch motiviert sind."
Trotz aller Vorfreude und Aufregung wurde den angehenden Lehrern, die gestern mit ihrem Eid auch verbeamtet wurden, noch einmal deutlich gemacht, dass der Lehrerberuf ernst zu nehmen ist. "Lehrer zu sein, ist nicht ein Beruf wie jeder andere. Sie sind Vorbilder, Erzieher und Vertrauenspersonen für Kinder und Jugendliche", mahnte Kultur- und Bildungsdezernent Karl Janssen.
Eine ständige Herausforderung
Dieses Bild bestärkte auch der Eid, den die Referendare im Rathaus sprachen. So schworen sie nicht nur, die Kinder "im Geiste der Menschlichkeit zu erziehen", sondern auch gerecht gegenüber jedermann zu sein und Verfassung und Gesetze zu verteidigen. "Dieser Diensteid ist alles andere als banal und formal. Er ist vielmehr eine ständige Herausforderung, ihn im Alltag zu verfolgen", so Manfred Guder, Leiter des Duisburger Studienseminar.
Mit dem Beginn des Referendariats ist für die Lehramtsanwärter übrigens die Zeit des Lernens nicht vorbei. Im Studienseminar müssen sie weiterhin regelmäßig selbst die Schulbank drücken. Wenn am Montag, 30. August, aber für viele Grundschüler der erste Schultag beginnt, wird so manch einer bestimmt auch von einem Referendar begrüßt.
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