Duisburg: Ein Spiel zur CO-Pipeline
VON CHRISTOPH SCHMIDT UND STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 04.12.2009Duisburg (RPO). Die Gegner der Kohlenmonoxid-Leitung der Bayer AG haben ein Fragespiel zur umstrittenen Giftgas-Leitung entwickelt.
Es wird mit einer einer Auflage von 20 000 Stück in der Region verteilt. Damit wollen die Pipelinekritiker spielerisch die Argumente des Chemiekonzerns widerlegen.CO-Pipeline-Spiel
Auflage 20 000 Stück.
Verteiler Liegt in Duisburg und Hilden (Rathaus, Bücherei, Berufskolleg, Geschäfte) sowie in Langenfeld, Monheim und Erkrath kostenfrei aus. Zudem wird es an Politiker verschickt. In Düsseldorf wird das Spiel im Klassensatz allen weiterführenden Schulen angeboten, sagte gestern Uwe Koopmann von der Düsseldorfer Initiative gegen die CO-Leitung.
Süden Über 100 000 Bürger haben bislang gegen die 67 Kilometer lange Kohlenmonoxid-Pipeline der Bayer AG unterschrieben, die die Chemiestandorte Dormagen und Uerdingen miteinander verbinden soll. Dabei sollen in zahlreichen Fällen Auflagen missachtet worden, Verstöße nachträglich von der Bezirksregierung genehmigt worden sein. Auch wurden Teile der Trasse vor dem Bau nicht nach Kampfmitteln abgesucht (die RP berichtete).
Fragekarten
Nach Meinung der Gegner der Giftgasleitung spielen Bayer und die Bezirksregierung mit dem Leben der Anwohner. Deshalb hat man aus der komplexen Materie mit vielen technischen Informationen ein Fragespiel gemacht. Es soll in einer Auflage von 20 000 Stück in den von der Pipeline betroffenen Städten verteilt werden.
Eine Kostprobe aus dem Fragespiel: Wie breit ist bei Bayer eine 80 Zentimeter breite Geogrid-Matte (zur Abdeckung der Rohrleitung)? Die richtige Antwort lautet: 60 Zentimeter.
Erich Hennen von der COntra-Pipeline Initiative und sein Mitstreiter und Pressekoordinator Dieter Donner aus Hilden stellten die Aktion gestern vor. Die Absicht ist klar: Fünf Monate vor der NRW-Landtagswahl wollen die Pipeline-Gegner den Druck auf die Landtagsfraktionen von CDU, FDP und SPD erhöhen, die das umstrittene Projekt bis heute verteidigen.
"Bayer-Chef Werner Wenning behauptet, die CO-Leitung sei die sicherste Leitung der Welt", erläuterte Dieter Donner: "Das wollen wir spielerisch widerlegen." Für Erich Hennen treiben Bayer und die Bezirksregierung ein "falsches Spiel", weil sie ihrer Meinung nach "bewusst die Unwahrheit sagten". Die von ihnen beigebrachten TÜV-Gutachter nannte Hennen "gekaufte Schiedsrichter". Die Duisburger Initiative habe auf eigene Kosten einen neutralen Gutachter bestellt. Er habe allein auf Duisburger Gebiet "50 nicht sichere Stellen" an der CO-Leitung gefunden. Das werde von den Verantwortlichen "einfach totgeschwiegen".
Werden weitermachen
Das Hauptverfahren in der Frage der Pipeline-Trasse beginnt vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf voraussichtlich 2010. Zuerst muss der Richter Gutachter finden, die neutral sind. Die von der Bezirksregierung wollte er nicht. "Das kann noch ein bisschen dauern, bis es soweit ist", so Hennen gestern. "Aber wir haben ja die Unterstützung der Öffentlichkeit. Immer wenn ich über den Weihnachtsmarkt gehe, halten mich Leute an und sagen, dass wir weitermachen sollen. Und das werden wir!"
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







