Duisburg: Einbrecher legten Feuer im Falkenheim
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007Duisburg (RPO). „Scheiße!“, ruft Argjent. Die Osterferien im Hochheider Falkenheim sind für den 13-Jährigen und viele andere Kinder und Jugendliche gelaufen. Spielen, Basteln, Musik machen, Darts – all das fällt flach. Und mit der Hausaufgabenhilfe nach den Osterferien wird’s vorläufig wohl ebenfalls nichts werden.
Auch bei den Mitarbeitern der Jugendeinrichtung lange Gesichter. Nach einem Einbruch und einer Brandstiftung ist das Gebäude auf dem Hof der Grundschule an der Kirchstraße nicht mehr zu nutzen. „Wir werden wohl mindestens zwei Wochen Pause einlegen müssen“, schätzt Frank Witzke vom FalkenKreisverband beim Gang durch die völlig verrußten Räume, in denen ein beißender Gestank das Atmen schwer macht.
Mit Einbrechern hatten es die Hochheider Falken schon öfter zu tun. Deshalb wurden die Bürofenster vergittert und die Tür gesichert. Gestern früh drangen die Einbrecher über ein Toilettenfenster ein. Sie schlugen die Scheibe ein, gelangten über das Kellergeschoss in die Räume und stemmten mt roher Gewalt die Bürotür auf. „Das waren keine Zwölfjährigen“, meint Witzke angesichts des demolierten Türrahmens. Die Täter nahmen einen PC, eine Musikanlage, einen DVD-Player und eine Geldkassette mit. Einen Fernseher ließen sie beim Transport fallen.
Als wäre das nicht Schaden genug, wurde dann ein Feuer in der Küchenzeile gelegt. Die Einbrecher schalteten offenbar den Herd ein und legten Plastikdosen und Papier auf den Platten ab. In den Backofen stopften sie Plastikflaschen. „Zum Glück war der Ofen kaputt“, sagt Heimleiterin Yvonne Schaller. In ihre Trauer mischt sich Wut : „Wenn wir wüssten, wer das war, dann . . .“, zischt sie.
Als die Putzfrau gegen 6.30 Uhr die Tür des Falkenheims öffnete, schlug ihr Rauch entgegen. Sie alarmierte Polizei und Feuerwehr. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. „Eine kleine Sache“, urteilte gestern die Polizei. Die Falken stehen allerdings vor einem Desaster.
Was von der Einrichtung nicht verbrannte, ist so verrußt, dass wohl die gründlichste Reinigung nichts bringt. Bücher, Spiele, Billiardtisch, Kicker – es ist fraglich, ob dies alles gerettet werden kann. Und dann die Renovierung. „Unsere größte Sorge ist, dass wir das nicht selbst machen dürfen“, meint Frank Witzke. Die Versicherungssumme werde kaum für die Bezahlung einer Fachfirma ausreichen.
Das Gebäude gehört der Stadt. Das Immobilienmanagement Duisburg konnte gestern noch nicht sagen, wer für die Renovierung aufkommen muss. Das Falkenheim sei gesichert, der Zugang vorläufig untersagt. Erst müsse festgestellt werden, ob der Ruß die Gesundheit gefährde. Jugendamtsleiter Thomas Krützberg sagte gestern schnelle Hilfe zu. „Wir werden alle Kräfte mobilisieren und eine Lösung finden“, kündigte er an.
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