Duisburg: Eine Galerie in der Werkstatt
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Duisburg (RPO). Vergoldermeister und Rahmenmacher Jörg Liestmann hat nun auch eine Galerie. Er ist gespannt
auf die erste Ausstellung mit Werken des Künstlers Otto Karl Welber. Die letzten Vorbereitungen laufen.Huckingen Auf der Düsseldorfer Landstraße steht ein vergoldeter Bilderrahmen, doch in ihm ist kein Bild. Ein Schild weist den Weg zur Galerie von Jörg Liestmann. Besucher, die die hier ausgestellten Werke betrachten wollen, müssen dafür zuerst die Werkstatt des Handwerkers, Rahmenmachers, Vergoldermeisters und Kunstliebhabers passieren. Dann gibt es viel zu sehen: 30 bis 40 Bilder, in einem Preisrahmen von 80 bis 7500 Euro, aus den verschiedensten Kunstrichtungen hängen hier ständig.
Im Herbst des letzten Jahres entsschloss sich Liestmann die Galerie in einer ehemaligen KFZ-Werkstatt einzurichten. Seit 18 Jahren arbeitet er im Bildrahmenbetrieb. Nun lädt er am 13. September zu der ersten Ausstellung in diesen Räumlichkeiten. Werke des Landschaftsmalers Otto Karl Welbers werden dann hier zu sehen sein. Dafür trifft Liestmann gerade die letzten Vorbereitungen. „Die Bilder, die jetzt noch hier hängen, müssen noch abgenommen und die auszustellenden Werke aufgehängt werden“, plant der Vergoldermeister.
Für seine Galerie hat er extra eine Theke gebaut. Viel Herzblut hat er in das Projekt gesteckt. „ Es war immer mein Ziel, eine Galerie zu haben“, erinnert sich Liestmann. Er weiß, dass es in Duisburg einen Markt für gegenständliche Kunst gibt, doch um das Finanzielle, so der Neugalerist, gehe es ihm nicht in erster Linie. „Ich muss von meiner Galerie nicht leben.“ Sein Handwerk reiche für den Lebensunterhalt aus. Auch aus diesem Grund muss sich der Rahmenmacher nicht auf eine spezielle Kunstrichtung festlegen. „Ich will mich nicht in eine Schublade stecken lassen. Aber in meiner Galerie hängen nur Werke, die mir selbst gefallen“, so der Vergoldermeister, der selbst über eine umfangreiche Sammlung verfügt.
Liestmann arbeitet nach dem Konzept „Alles aus einer Hand“. So können Kunden verschieden Rahmenmuster direkt an den Kunstwerken der Galerie betrachten und so ein Vorstellung von der Wirkung gewinnen. Auch das Reinigen von Bildern führt der Galerist aus. Er erwartet für die Ausstellungseröffnung über 100 Besucher.
Doch die Ausstellung ist für Liestmann nur der erste Schritt: „Mein absoluter Traum ist es, irgendwann ein Kunstcafé hier in diesem Raum zu haben.“
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