Duisburg: Eine Institution nimmt Abschied
VON MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 27.10.2007Duisburg (RPO). Der Caritasverband Duisburg verabschiedete sich gestern nach 40 Dienstjahren von Heribert Hölz. Der Bosnienbeauftragte geht Ende des Monats in den Ruhestand. Ehrenamtlich aber wird er sich weiter für Bosnien engagieren.
Heribert Hölz, mit diesem Namen ist untrennbar die Bosnienhilfe des Caritasverbandes Duisburg verbunden. Ende des Monats geht der gebürtige Hochfelder nun in Rente, die hauptamtliche Stelle des Bosnienbeauftragten wird nicht wieder besetzt. Doch Heribert Hölz wäre nicht Heribert Hölz, wenn er von einem Tag auf den anderen sein Engagement für das Land, in dem die Spuren des Bürgerkriegs immer noch sichtbar sind, beenden würde. Er macht weiter, und zwar ehrenamtlich.
Und deshalb war der Festakt gestern im Gemeindehaus von St. Gabriel in Neudorf auch nur ein Abschied aus seinem hauptamtlichen Arbeitsverhältnis und gleichzeitig ein Dankeschön für 40 Jahre im Dienst des Caritasverbandes Duisburg. Sein langjähriger Wegbegleiter – nämlich 39 Jahre – ist Caritasdirektor Hans-Jürgen Kozar. 40 Jahre bei der Caritas, da sei einiges zu sagen, meinte Kozar. Mehr als fünf Din A 4-Seiten Text hatte der Caritasdirektor über Heribert Hölz zusammengetragen, angefangen von seinem Dienstantritt am 1. April 1968, über die gemeinsame Bosnienreise in diesem Jahr bis hin zur Marmeladenproduktion des Ehepaars Hölz, mit dem es unter anderem die Suppenküche in Zenica unterstützt.
Alle loben die Marmelade
Überhaupt die Marmeladenproduktion. Alle Redner gingen gestern auf diese recht ungewöhnliche Form der Hilfe ein und dankten neben Heribert Hölz vor allem seiner Frau, ohne die so einiges nicht möglich gewesen wäre. Beispielsweise die Arbeit als Bosnienbeauftragter. Denn die Entscheidung für den Einsatz in einem Kriegsgebiet traf Hölz 1992 nicht ohne die Zustimmung seiner Frau. Inzwischen „ist sie noch verrückter als ich“, sagte Hölz gestern und meinte damit das Engagement für die Bosnienhilfe.
Was ihn all die Jahre antrieb, fasste Hölz gestern selbst zusammen: „Die Erfahrung der unmittelbarer Nachkriegszeit. Ich habe selbst erfahren, was Not ist.“ Und deshalb war es für ihn 1992 keine Frage, sich für die Menschen in Bosnien zu engagieren. Wie sehr die Hilfe dort dankend angenommen wird, zeigte nicht zuletzt der Besuch von Bischof Dr. Franjo Komarica aus Banja Luca, der gestern die Heilige Messe zum Abschied von Heribert Hölz hielt. Er war eigens mit einer Delegation aus Bosnien angereist.
Danke sagte auch Pastor Klaus Wilhelm Mertes, Vorsitzender des Caritasverbandes. Dass Hölz zu seinem Abschied noch nicht heilig gesprochen werde, liege allein an dem Umstand, dass er noch lebe, scherzte er. „Sobald das erledigt ist“, sagte Mertes, stünde der Heiligsprechung dann wohl nichts mehr im Weg. Doch das habe hoffentlich noch lange Zeit.
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