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Duisburg: Eine Stadt, zwei Zentren

VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 05.03.2010

Duisburg (RPO). Am Donnerstag stellten die Stadt und das Dortmunder Projektbüro "Stadt und Handel" ein neues Einzelhandelskonzept vor. Es sieht mehr Handelsflächen und ein zweites Duisburger "Hauptzentrum" in Hamborn und Marxloh vor.

Martin Linne stellte das neue Konzept gestern der Presse vor.  Foto: RPO
Martin Linne stellte das neue Konzept gestern der Presse vor. Foto: RPO

Die räumliche Konzentration des Einzelhandels in Duisburg soll auf zwei leistungsfähige Standorte verteilt werden. Danach soll neben dem Innenstadtzentrum als Haupteinkaufszentrum in Hamborn / Marxloh ein zweites überbezirkliches Einkaufszentrum entstehen.

Martin Linne, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, sieht dies als ganz normale Entwicklung an: "Zwei Hauptzentren entsprechen der heterogenen Struktur der Stadt. Dort im Duisburger Norden leben 200 000 Menschen, das entspricht der Größe von Bottrop und Gladbeck.

Dort würde man auch nicht in Frage stellen, dass es ein Hauptzentrum des Handels geben muss." Oberhausen habe mit der Innenstadt, dem CentrO und Sterkrade sogar drei Hauptzentren.

Info

So geht's weiter

Das neue Einzelhandels- und Zentrenkonzept wird als nächstes in allen sieben Bezirksvertretungen diskutiert. Der Öffentlichkeit soll es am Donnerstag, 25. März, ab 19 Uhr in der "Black Box" im Kleinen Prinzen an der Schwanenstraße in der Innenstadt vorgestellt werden. Der Rat soll im Juli über das Konzept entscheiden.

Marc Föhrer von "Stadt und Handel" betonte, Hamborn und Marxloh hätten schon jetzt aufgrund der Brautmodenmeile eine überregionale Ausstrahlung. Neben den beiden Hauptzentren (City, Hamborn / Marxloh) sieht das Konzept die fünf Nebenzentren Walsum, Meiderich, Alt-Homberg, Rheinhausen und Buchholz vor. Dazu kommen insgesamt 16 sogenannte Nahversorgungszentren.

Das Konzept legt genau fest, welche Handelsformen in welcher Größe und mit welchem Sortiment sich in den jeweiligen Zentren ansiedeln dürfen. "Es ist absurd, dass Duisburg 30 Jahre lang nicht einmal 100 Prozent der in der Stadt vorhandenen Kaufkraft abschöpfen konnte", so Linne. Duisburg hatte 2001 bei einer Verkaufsfläche von 596 000 Quadratmetern eine Zentralität von 93, 2008 lag sie schon bei 103 bei einer Verkaufsfläche von 724 000 Quadratmetern.

Schluck aus der Pulle

Da könne sich Duisburg noch einen "kräftigen Schluck aus der Pulle" gönnen, meinte Gutachter Föhrer. Eine Zentralität von 120 sei bis zum Jahr 2019 durchaus machbar. Rein rechnerisch könnten dazu innerhalb der nächsten Dekade wie berichtet rund 190 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche hinzukommen – inklusive eines Factory Outlet Centers in Marxloh und eines Möbelzentrums auf dem Gelände der Duisburger Freiheit.

Noch ist es in der Politik noch nicht diskutiert worden, da mehren sich die kritischen Stimmen. Der Einzelhandelsverband hatte schon vor dem drohenden "Flächenwahn" gewarnt, auch die Industrie- und Handelskammer und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) haben Bauchschmerzen.

GFW-Chef Ralf Meurer störte auch die (neue) Einstufung von Bettwaren, Lampen und Leuchten als zentrenrelevant: "Nur zehn Prozent des Sortiments eines Möbel- oder Baumarktes dürfen zentrenrelevant sein. Da brauche ich doch mit gar keinem ansiedlungswilligen Interessenten mehr zu reden."

Quelle: RP

 
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