Duisburg: Einfach, aber effizient
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 - 13:20Duisburg (RPO). Eine Erdgas-Brennwerttherme, am besten kombiniert mit einer Solaranlage, kann im Vergleich zu einem alten Heizkessel bis zu 40 Prozent Kosten sparen. Heinrich Maas van Schingen vom KlimaTisch kennt die Vorteile.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Bei einem herkömmlichen Heizkessel ohne Brennwerttechnik wird ein Teil der bei der Verbrennung erzeugten Energie einfach als Abwärme wieder durch den Kamin gepustet – bei einer modernen Brennwerttherme wird auch die Abwärme genutzt. "Das ist heute einfach Stand der Technik. Bei Neubauten wird davon überwiegend Gebrauch gemacht", so Heinrich Maas-van Schingen.
Abwärme mit Temperaturen von 150 Grad
Der Leiter des Duisburger KlimaTischs hat in seinem Ladenlokal an der Dellstraße verschiedene Modelle zur Ansicht. Mit Warmwasserspeicher ist die Anlage etwa so groß wie ein Kühlschrank. "Sie kann überall eingesetzt werden – im Keller, im Dachgeschoss oder auch in einem Abstellraum. Wichtig ist nur, dass der Kamin von innen mit einem Kunststoffrohr ausgelegt wird", erklärt der Experte. Die heruntergekühlte Abwärme kondensiert nämlich, und die dabei entstehende Feuchtigkeit darf nicht in den Kamin gelangen. Der Vorteil der neuen Technik besteht vor allem darin, die Energieleistung des Gases nahezu zu 100 Prozent zu nutzen.
Abwärme mit Temperaturen von 150 Grad und mehr wird in Energie umgewandelt – das ist noch effizienter als ein Niedertemperatur-Heizkessel. Gerade in älteren Gebäuden wäre eine Umrüstung auf Brennwerttechnik sinnvoll. Die Kosten einer Umstellung beziffert Maas-van Schingen auf rund 7500 Euro. Das kann sich schnell lohnen, denn die Heizkostenersparnis liegt, je nach Alter des alten Heizkessels, zwischen 20 und 40 Prozent. "Außerdem sinkt der CO2-Ausstoß erheblich", sagt der Fachmann.
Durchschnittsbürger 50 Liter Warmwasser am Tag
Besonders interessant aber wird es erst dann, wenn mehrere Maßnahmen zur Energieeinsparung gleichzeitig umgesetzt werden. Wer eine neue Gastherme installieren lässt und dies mit einer Solaranlage kombiniert, Decken oder Fassaden dämmt, neue Fenster einsetzt oder Wärmelecks isoliert, kann mit Zuschüssen, Fördergeldern oder günstigen Krediten rechnen. Im Schnitt verbraucht der Durchschnittsbürger 50 Liter Warmwasser am Tag. Wer die Brennwerttechnik mit einer Solaranlage kombiniert, kann bis zu 60 Prozent seiner Warmwasserkosten sparen.
"Im Sommer lässt sich praktisch der gesamte Warmwasserbedarf darüber abdecken. Leider lässt sich ein eventueller Überschuss im Sommer nicht so effektiv speichern, dass man ihn im Winter nutzen könnte", sagt Maas-van Schingen. Im Winter gibt die Sonne in unseren Breitengrade gerade einmal genug Energie ab, um 15 Prozent des Warmwasserbedarfs zu decken.
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