Duisburg: Elefanten als Familienersatz
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 10.08.2007Duisburg (RPO). Seit fast 30 Jahren arbeitet Peter Schröers als Tierpfleger im Duisburger Zoo. Seine großen grauen Schützlinge sind ihm ans Herz gewachsen. Noch einmal ein Elefanten-Baby betreuen zu können, das wäre sein Traum.
Um 7 Uhr morgens schließt Peter Schröer seinen Arbeitsplatz auf. Seinem freundlichen „Guten Morgen“ wird nur mit einem lauten Grollen geantwortet. Seine erste Arbeitshandlung ist eine Schmusestunde, als Belohnung gib es ein Leckerchen. Peter Schröer ist Elefantenpfleger im Duisburger Zoo. Seine Schützlinge sind die Elefantenkühe Daisy, Etosha und Saiwa und der junge Bulle Shaka. Das Besondere: Im Duisburger Zoo werden nicht, wie so häufig, indische Elefanten gehalten, sondern ihre um einiges größeren Verwandten, afrikanische Steppenelefanten.
Jungbulle Shaka wird, wenn er ausgewachsen ist, sechs Tonnen wiegen. Fast 30 Jahre widmet sich Peter Schröer schon seinen Lieblingstieren. „Ich wollte immer Tierpfleger werden. Wenn es hier im Duisburger Zoo nicht geklappt hätte, wäre ich auch in einen anderen Zoo gegangen“, sagt der Duisburger. Anders als bei den meisten Tierpflegern besteht Peter Schröers Tag „nicht nur aus Scheiße schippen“, wie der 50-Jährige selbst lachend sagt. „Wir pflegen einen engen sozialen Kontakt mit den Tieren, machen mit ihnen Beschäftigungsübungen.
Besonders mit dem Bullen müssen wir oft das „Medical Training“ durchführen“, erklärt der Tierpfleger.
Das medizinische Training ist nötig, damit der Jungbulle auch durch Gitterstäbe an Füßen, Ohren und Stoßzähnen behandelt werden kann. „Für mich sind die Elefanten eine Familie. Ich bin von 8 bis 18 Uhr hier, sehe die Elefanten also wirklich mehr als meine eigene Familie“, sagt Schröer nachdenklich.
Umso mehr schmerzt ein Verlust der sanften Riesen. „Vor mehr als 20 Jahren starb unsere Elefantendame Kaditia an einer Kolik, weil sie von den Besuchern überfüttert wurde. Für mich war das, als ob ich ein Familienmitglied verloren hätte. Ich verstehe, dass die Besucher den Elefanten nahe sein wollen, aber die Tiere kommen aus der Steppe, man muss darauf achten, dass sie nicht zu viele Kohlenhydrate fressen“, berichtet der Tierpfleger und man merkt dass er den Verlust noch nicht ganz überwunden hat.
Heute versucht der Zoo, einen erneuten Zwischenfall durch kontrollierte Fütterungen zu verhindern. Die Besucher dürfen zu bestimmten Zeiten den Elefanten das Futter geben, das sie eigentlich im Stall bekommen hätten.
Der größte Wunsch des Tierpflegers ist es, endlich Nachwuchs zu bekommen. „Ein Elefantenbaby wäre das Resultat unserer Mühen und mein größter Traum. Ich hoffe, dass ich das in meiner Laufbahn als Tierpfleger noch erleben kann.“
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