Duisburg: Eltern in Angst vor "zündelnden" Kindern
zuletzt aktualisiert: 09.09.2009Duisburg (RPO). Weil er im Hausflur mit Feuer spielte und dabei versehentlich ein dort abgestelltes Sofa in Brand setzte, hat ein sechsjähriger Junge wie berichtet die Katastrophe ausgelöst, bei der am Sonntag seine Mutter und drei seiner Neffen und Nichten ums Leben gekommen waren.
In die Frage, wie ein Kind mit einem derart traumatischen Erlebnis fertig werden kann, mischt sich die Sorge vieler Eltern, wie sie ihre Kinder vor den Gefahren beim Spiel mit dem Feuer warnen können. Denn besonders Jungen neigen dazu, mal hier, mal da zu "zündeln".
Grund dafür sei der Reiz des Unbekannten, meint Tassilo Knauf, emeritierter Professor für Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. "Unser Verständnis für Gefahren hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Wir versuchen gefährliche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen." Weil die Kinder den Umgang mit Feuer aber nicht mehr richtig kennenlernen könnten, würde es sie um so mehr locken.
Tassilo Knauf empfiehlt, Kinder kontrolliert mit Feuer vertraut zu machen. "Man kann mit ihnen zusammen Kerzen anzünden, sie näher an ein Lagerfeuer heranführen, damit sie die Hitze spüren. Oder man kann sie ein Streichholz abbrennen lassen." Dadurch würden Kinder ein Gespür für die Gefahr entwickeln. Das wirke besser als Verbote.
Ein ähnliches Konzept verfolgt das städtische Familienzentrum Immdal in Hochfeld. "Bei uns gibt es Brandschutzprojekte zusammen mit der Feuerwehr", erklärt die Leiterin des Zentrums, Sylvia Rehage. Unter anderem würden in einem abgesicherten Raum kleine Experimente stattfinden und das richtige Verhalten in einem Brandfall geübt. "Außerdem haben wir kindgerechte Spiele und Bilderbücher, die die Gefahren von Feuer thematisieren." Eltern empfiehlt Sylvia Rehage, Streichhölzer und Feuerzeuge gut zu verstecken. "Außerdem ist es wichtig, Kinder in Gesprächen über die Gefahren von Feuer aufzuklären."
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