Duisburg: Emma ging die Puste aus
VON STEFAN OSSENBERG UND HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 03.03.2008Duisburg (RPO). Zum Glück richtete das Sturmtief am Wochenende weitaus weniger Schaden an, als es Kyrill im vorigen Jahr getan hat. Duisburgs Berufsfeuerwehr hatte dennoch gut zu tun.
Starke Windböen schlugen Bahnreisenden am Samstag morgen um 2 Uhr am Duisburger Hauptbahnhof ins Gesicht. Besorgt schauten sie in den Himmel. Doch die Angst, dass wie im vorigen Jahr bei Kyrill ein Zug nach dem anderen ausfällt und der Heimweg damit unmöglich wird, war unbegründet. Dem Sturmtief Emma, vor dem der Deutsche Wetterdienst gewarnt hatte, kam „sanfter“ daher als erwartet. Die Feuerwehr hatte mit 44 Sturmeinsätzen dennoch alle Hände voll zu tun. Doch bei Kyrill sind es mehr als 800 gewesen.
Nach einer vergleichsweise stürmisch-ruhigen Nacht, kamen für die Berufsfeuerwehr die ersten Einsätze am Samstagmorgen um 4.40 Uhr: Lose Bauteile, umgestürzte Bäume und Dachziegel, herabstürzende Äste, umgekippte Werbetafeln, lockere Fassadenteile – bis gestern in der Mittagszeit gab es viel zutun. Aber zum Glück verliefen alle Einsätze ohne Personenschaden.
Besonders heftig traf es die Uerdinger Straße in Friemersheim. Hier waren sechs Bäume umgefallen und hatten drei Autos, einen Lastwagen und ein Krad unter sich begraben. Ein umgekippter Baum an der Straße „Am Waldessaum“ in Neudorf beschädigte eine Straßenlaterne, auf der Schauenstraße in Bergheim kippte ein Baum auf eine Mauer und beschädigte sie erheblich. An der Remberger Straße in Huckingen räumte die Feuerwehr drei Bäume aus dem Weg, die auf der Fahrbahn lagen. Nach Baerl wurde sie gerufen, weil ein Telefonmast umgeknickt war. Und an der Eschenstraße in Wanheimerort galt es, einen Baustellenzaun zu sichern. Hinzu kamen 13 Einsätze, weil Bauteile sich selbständig gemacht hatten, von der Antenne auf dem Dach, über Dachziegel, eine Dachrinne, eine Reklametafel an der MSV-Arena bis hin zu Teilen der Fassade der Sparkasse Ruhrort. Bei acht Einsätzen verhinderte die Berufsfeuerwehr, dass vom Sturm abgeknickte Äste in die Tiefe stürzten.
Erheblichen Schaden richtete der Sturm bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an. Dort stürzte Samstagmorgen einer der 35 Meter hohen Hafenkräne um, in dem noch der Kranführer saß. Der kam jedoch mit dem Schrecken davon. Der war ihmallerdings so in die Glieder gefahren, dass er vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht wurde. Gestern konnte er wieder entlassen werden.
Nur geringe Verspätungen
Die Duisburger Wälder kamen weitgehend ungeschoren davon. „Eine Birke fiel um, ansonsten wurden nur Zweige und mittlere Äste von Emma heruntergerissen“, so die Bestandsaufnahme von Stadtförster Axel Freude. Bahnreisende mussten sich am Samstag ein wenig gedulden. Zwischen 15 und 60 Minuten verspätete sich bis in die Mittagszeiten fast jede zweite Bahn des überregionalen Verkehrs. Vor allem im süddeutschen Raum gab es Verzögerungen, die sich bis nach Duisburg auswirkten. Bahnmitarbeiter Friedhelm Hübner zeigte sich trotzdem optimistisch: „Heute Morgen hatten wir viel zu tun, aber jetzt läuft langsam alles wieder nach Routine“. Eine Entschädigung für die Wartezeit in Form von Gutscheinen und Erstattung der Taxikosten gab es nicht.
Obwohl es am Samstag stark windig war, ließen sich die Kunden auf der Kö nicht beeinträchtigen. In der Innenstadt war es voll wie immer. Das einzige, was fehlte, waren die Marktstände. Das Frischkontor hatte alle Samstagmärkte abgesagt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







