Duisburg: Englischer Tatort als öffentliches Kunstwerk
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 18.09.2009Duisburg (RPO). Ist da die Spurensicherung am Werk? Wird ein "Tatort" gedreht? Ist ein Mord geschehen? Nein, alle sind erleichtert, wenn sie feststellen, dass da auf der "schwebenden" Rasenfläche auf dem König-Heinrich-Platz zwischen Landgericht (!) und Königstraße bis zum 27. September nur ein Kunstwerk steht, das unter dem Titel "The Bigger the Searchlight the Larger the Circumference of the Unknown" ("Je größer der Scheinwerfer, desto umfangreicher der Radius des Unbekannten") Fragen gestellt werden.
Deutsch-niederländische Aktion
Es handelt sich dabei um den Duisburger Beitrag zu dem deutsch-niederländischen Kunstprojekt "Different Places - Different Stories", das von der Veranstaltergemeinschaft des Kulturraum Niederrhein e.V. und der Stichting Odapark Venray noch bis November an 20 Orten im öffentlichen Raum in 12 Kommunen zwischen Emmerich und Roermond durchgeführt wird.
Schillernde Figur
Der Künstler heißt Harland Miller, ist Engländer, Jahrgang 1964, und eine schillernde Figur: Er war Model, Sänger einer Band und Kult-Designer. Heute lebt er als Autor und bildender Künstler in London. In Duisburg und dem Ruhrgebiet sah er jetzt Parallelen zu seiner Herkunftsregion Yorkshire: "Dort gab es auch Bergwerke und Schwerindustrie, und die Region versucht sich neu zu erfinden."
In seiner Jugend trieb dort ein Serienmörder namens "Yorkshire Ripper" sein Unwesen, und die Bilder von mit gelben Polizeibändern abgesperrten Tatorten lassen ihn bis heute nicht los, wie wir jetzt auf dem König-Heinrich-Platz sehen können. Weiß vermummte Gestalten mit Kapuze und Mundschutz stehen täuschend echt herum. Am letzten Tag der Duisburger Projekt-Beitrags ist nicht nur Bundestagswahl, sondern als junger Mensch kann man dann auch Kunst wählen. Das Festivalbüro der Duisburg Marketing sucht bis zu zehn Interessierte im Alter zwischen 14 und 22 Jahren. Die Teilnehmer werden von 11 bis 18 Uhr Reaktionen des Publikums auf das Kunstwerk provozieren, dokumentieren und öffentlich machen. Dazu steht ihnen ein sogenanntes MultiMobil zur Verfügung, das mit Video- und Audiogeräten ausgestattet ist - Harland Miller ist dann aus London zugeschaltet.
Mitwirkende gesucht
Wer dabei mitmachen will, kann sich bis zum 24. September bei Projektkoordinator Olaf Reifegerste melden, unter Tel. (0203) 283 6040 oder E-Mail o.reifegerste@stadt-duisburg.de. Infos auch unter www.arteam.org.
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