Duisburg: Entscheidungshilfe
VON CHRISTINA ALTEMEIER UND ELISA ESSER - zuletzt aktualisiert: 11.07.2009Duisburg (RPO). Seit Anfang Juli gibt es den "TÜV für Altenheime", doch die Meinungen der Heimleitungen sind geteilt. Bis 2011 sollen die Prüfungsergebnisse für einen Großteil der Heime im Internet veröffentlicht werden.
Häufig fällt es den Angehörigen nicht leicht, aus dem großen Angebot das passende Heim für die pflegebedürftigen Eltern oder Großeltern auszuwählen. Seit Anfang Juli soll der "TÜV für Altenheime" die Entscheidung für ein Pflegeheim erleichtern.
Die vier großen Bereiche "Pflege und medizinische Versorgung", "Umgang mit Demenzkranken", "soziale Betreuung und Alltagsgestaltung" sowie "Wohnqualität, Verpflegung und Hygiene" werden getrennt beurteilt und anschließend zu einer Gesamtnote zusammengefasst.
Angelika Brockerhoff, Qualitätsmanagerin von Hellmich Vita, steht der Einführung des Altenheim- TÜV skeptisch gegenüber: "Wir brechen unter der Prüflast bereits zusammen." Die Qualitätsprüfung von Altenheimen sei kein völlig neuer Einfall, und es gebe bereits ausreichende Prüfungsmaßnahmen.
Einheitliche Bewertungskriterien
Dagegen hält Michael Harnischmacher, Qualitätsmanagementbeauftragter der AWOcura, den Seniorenheim-TÜV für sehr sinnvoll. Die häufig angeführte Kritik bezüglich der Transparenz der Tests kann er nicht nachvollziehen. Schließlich werde nicht nur die Gesamtnote öffentlich zugängig gemacht, auch die Einzelnoten könnten eingesehen werden. In den fünf Altenheimen der AWOcura in Duisburg wurden die Prüfungen schon durchgeführt.
"Die Prüfer kommen morgens unangemeldet mit ihrem Laptop und tragen die Auswertungen dort direkt ein. Eine Prüfung kann schon mal acht Stunden dauern", so Harnischmacher.
"Eine für alle Einrichtungen einheitliche Prüfung durch eine Art TÜV könnte durchaus von Vorteil sein", meint auch Roland Niles, Geschäftsbereichsleiter "Wohnen und Pflege/Ambulante Dienste" bei der Malteser St. Anna gGmbH.
Vernünftige Ergebnisse?
Hans-Jürgen Kocar, Direktor des Duisburger Caritasverbands, sieht mögliche Probleme im Benotungskonzept des Altenheim-TÜV. Generell sei eine regelmäßige Kontrolle der einzelnen Pflegeeinrichtungen sehr wichtig. "Es ist jedoch fraglich, ob der Altenheim-TÜV am Ende auch vernünftige Ergebnisse liefern wird", so Kocar.
Stichprobenartig werden bei der Kontrolle etwa zehn Prozent der Bewohner ausgewählt, überprüft und befragt. Zudem müssen Pflegedienstleitung und Qualitätsmanagement den Prüfern Rede und Antwort stehen.
Bis zum Jahr 2011 sollen die verbraucherfreundlichen Prüfungsergebnisse für den Großteil der Heime im Internet veröffentlicht werden.
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