Duisburg: Erster Einsatz im Schnee
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009Duisburg (RPO). Für 1285 Straßenkilometer sind 700 Tonnen Salz bei den Wirtschaftsbetrieben eingelagert. Gemischt mit Wasser, geht's dem Glatteis an den Kragen. Bürger dürfen nur Granulat und Sand streuen.
Für den ersten Schneemann reichte es noch nicht, aber weiß überzuckert sah's schon aus: In der Nacht zum Donnerstag fiel der erste Schnee in Duisburg. Gleichzeitig sank die Quecksilbersäule ins Minus. Da schrillen bei den Wirtschaftsbetrieben die Alarmglocken. Und so waren denn auch gestern ab 4.30 Uhr 96 Mitarbeiter mit 20 Großstreufahrzeugen, 26 Kleinstreuern und 28 Kolonnenwagen im Einsatz.
Das gesamte Duisburger Straßennetz ist 1104 Kilometer lang und je nach Verkehrsaufkommen in drei Dringlichkeitsstufen eingeteilt. In der Stufe 1 finden sich mit einer Streulänge von 930 Kilometern die Hauptstraßen. Die zweite Stufe mit einer Streulänge von 250 Kilometern umfasst die Nebenstraßen, und mit einer Streulänge von 105 Kilometern befinden sich Wohnstraßen in der Dringlichkeitsstufe 3.
Kleine Blechschäden
Auf den Wintereinbruch scheinen sich die Duisburger Autofahrer wohl schnell eingestellt zu haben. "Keine besonderen Vorkommnisse", meldete jedenfalls die Polizei. Gestern morgen sei es lediglich zu ein "paar kleineren Blechschäden" gekommen.
Wenn der Wetterdienst nur für exponierte Flächen (freiliegende Straßen, Brücken) Frost vorhersagt, sind die Mitarbeiter dort zunächst tätig. Diese umfassen 380 Kilometer im Stadtgebiet und gehören zur Dringlichkeitsstufe 1.
Die Streulänge beträgt insgesamt 1285 Kilometer und differiert damit mit der Straßennetzlänge von 1104 Kilometern. Dazu Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben: "Erstens wird nur teilweise in Wohnstraßen gestreut und zweitens fahren die Streufahrzeuge einmal die Straße hinauf und dann wieder hinunter, damit beide Fahrbahnen entschärft werden."
Gestreut wird mit Feuchtsalz auf den Straßen. 700 Tonnen Salz sind im Betriebshof eingelagert, bei Bedarf kann auf die doppelte Menge beim Landesbetrieb Straßen zurückgegriffen werden.
Feuchtsalz habe sich in Duisburg als das wirkungsvollste Mittel gegen Straßenglätte erwiesen, so Silke Kersken weiter. In jedes Streufahrzeug ist ein Wassertank eingebaut und je nach den winterlichen Verhältnissen ist die Flüssigkeitszufuhr regulierbar. Was dann schließlich auf die Straße kommt, ist eben das Feuchtsalz.
Für die Duisburger, die ihre Bürgersteige von Eis und Schnee befreien müssen, ist Salz freilich tabu. Sie müssen Sand oder Granulat streuen. Haben sich Schnee und Eis wieder verflüchtigt, dürfen diese Streumittel allerdings nicht einfach vom Bürgersteig in den Rinnstein gekehrt werden. Beim nächsten Regen würden sie in die Kanalisation gespült und könnten leicht zu Verstopfungen führen.
4000 Tonnen beim letzten Mal
In der vorigen Winterperiode (Mitte November 2008 bis Mitte März 2009) wurden 4000 Tonnen Salz benötigt. Diese Menge liegt über dem langjährigen Durchschnitt, weil es im Januar einen extremen Wintereinbruch gab.
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