Duisburg: Es geht nicht ums Kraftwerk allein
zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Duisburg (RPO). Es geht der Rheinhauser Bürgerinitiative „Sauber Luft“ nicht mehr allein um die Verhinderung des im Chemiepark Uerdingen geplanten Steinkohlekraftwerks. Auch die Erweiterung der Krefelder Müllverbrennungsanlage und das geplante Zementwerk im Uerdinger Hafen seien Projekte, welche die Luft in Duisburg belasten können.
Dies betonten der Vorsitzende der Initiative, Norbert Bömer, und seine Stellvertreterin Kerstin Ciesla bei der jüngsten Versammlung. Zwar nahm die Diskussion, wie Gelder für die ins Auge gefasste Klage gegen den Kraftwerksbau zu beschaffen sind, einen breiten Raum ein. Jedoch stand diesmal im Vordergrund, wie die Themen der Bürgerinitiative in die Öffentlichkeit zu tragen sind.
So wird sich die Bürgerinitiative in den kommenden Wochen verstärkt an Mahnwachen, Demonstrationen und Veranstaltungen außerhalb ihres direkten Einzugsgebietes beteiligen, zum Beispiel beim Sternmarsch am 13. September gegen das Kraftwerk Staudinger im hessischen Hanau.
Beim Mühlenfest Ende des Monats wollen die Umweltaktivisten mit einem Stand dabei sein. Norbert Bömer regte an, einmal monatlich einen Infostand auf dem Hochemmericher Wochenmarkt durchzuführen. Darüber hinaus kündigte er an, dass die Zusage von Pfarrer Jürgen Widera (der sich im Kirchenkreis um die Belange der Industrie kümmert) vorliege, ein politisches Nachtgebet zum Thema Kraftwerksbau zu veranstalten.
Unlautere Absichten vermutete Kerstin Ciesla hinter den Planungsabsichten zur Erneuerung und Erweiterung der Krefelder Müllverbrennungsanlage. Diese gäben vor, lediglich veraltete Kessel durch neue ersetzen zu wollen. Eine Kapazitätserweiterung um 25 Tonnen Müll täglich sei laut der Unterlagen nur für eine Einlaufphase geplant.
Ciesla jedoch fürchtet, dass die Kapazitätserhöhung, einmal genehmigt, auf Dauer gelte und es dann keine rechtliche Handhabe mehr dagegen gebe. „Das Schlimmste ist zu befürchten“, meinte Ciesla. Sie befürchtet, dass dann dem von den meisten ungewollten Mülltourismus Tür und Tor geöffnet werde. „Das wird definitiv zu einer Erhöhung der Schadstoffbelastung führen“, meinte sie.
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