Duisburg: Essener Exzesse – kein Vorbild
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 27.03.2008Duisburg (RPO). Mit großem Getöse ist der erste Bauabschnitt des neuen Einkaufszentrums Limbecker Platz in der Essener City gefeiert worden. Auch wenn dort zur Eröffnung bis 24 Uhr geöffnet wurde, ist dies kein Modell für Duisburg.
Die Hamburger Shoppingcenter-Spezialisten von ECE sind zwar in Duisburg mit ihren MultiCasa-Plänen gescheitert, am Limbecker Platz in Essen will das von Alexander Otto geführte Unternehmen aber groß auftrumpfen: Der erste Bauabschnitt (100 Shops, rund 35 000 Quadratmeter) wurde jetzt eröffnet; der zweite, etwa ebenso große Teil soll im Herbst 2009 fertig sein. Zur Einstimmung gab es erst einmal an drei Tagen Öffnungszeiten bis 24 Uhr, künftig soll es jeden ersten Freitag im Monat „Mitternachtsshopping“ geben. Unterstützt wurde das Kaufen bis zur Geisterstunde durch die Essener Verkehrsbetriebe, die bis in die Nacht den 15 Minuten-Takt aufrecht erhielten.
Keine „Exzesse“
Ein Vorbild für Duisburg, ein Vorbild fürs Forum? Eher nicht. Forum-Centermanager Lutz Müller ist ebenso wie Fachleute eher skeptisch. „Kundenfreundlich“ sollen die Öffnungszeiten auch in Duisburg sein, „Exzesse“ werde man aber nicht mitmachen.
Viele Klicks
Forum-Centermanager Lutz Müller will mit Werbung und Marketing im weiteren Umfeld für das Einkaufszentrum erst „zeitnah“ zur Eröffnung am 18. September starten. „Also nicht schon nach den Sommerferien, sondern wirklich erst kurz vor der Eröffnung“, erklärte er gestern im Gespräch mit der RP. Zurzeit gebe es für interessierte Gruppen regelmäßige Baustellenbesichtigungen. Zudem verweist er auf die Homepage (www.forumduisburg.de), die mit rund 30 000 Aufrufen im Monat schon jetzt häufig angeklickt werde. Seitdem es die Internetseite auch auf niederländisch gibt, ist auch dort großes Interesse zu verspüren: Sie wurde in einem Monat schon 12 000 Mal aufgerufen. Das lässt auch auf viele künftige Besucher aus dem Nachbarland schließen.
Und Sonderöffnungszeiten werde es wie gewohnt zu bestimmten Anlässen geben. Boris Roskothen, Inhaber des Spielwarengeschäfts und Sprecher der Interessengemeinschaft Sonnenwall, erkennt schon einen Wandel im Einkaufsverhalten: „Samstagmorgens um 9 Uhr steht die Generation 60plus bei mir im Laden, Samstagabends sind es eher jüngere Leute.“
Man müsse beiden Generationen gerecht werden, bis 24 Uhr aber sicher nicht. „Eine interessante Idee“, so Astrid Schulte, Handelsexpertin von der Industrie- und Handelskammer, sei das Mitternachtsshopping. Das zumindest könne man von Essen lernen. Sie wolle das Thema auf der nächsten Vorstandssitzung des Citymanagements Duisburg auf die Tagesordnung setzen.
Ansonsten bedeute der Limbecker Platz keine Konkurrenz fürs Forum. „Architektur mit Niveau“, so Astrid Schulte, finde man eher beim Forum. Die IHK-Fachfrau, selbst Essenerin, glaubt nicht an das ECE-Konzept des „Metropolen-Shoppings“. Weder sei Karstadt in Essen ein „Welt-Warenhaus“ noch gehe das Angebot über die übliche Mischung des Segments der unteren Mittelklasse hinaus.
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