Duisburg: Expertentipp: Rotwein richtig kaufen
VON JULIAN WEIMER - zuletzt aktualisiert: 03.03.2008Duisburg (RPO). Mögen sie trocken, halbtrocken, lieblich? Mit Fasston oder lieber frisch? Bodentönig vielleicht, oder schlank, elegant, gerbstoffhaltig? - Wer beim Weinhändler den passenden Tropfen zum Abendessen sucht, steht oft einer Menge Fragen gegenüber. Den richtigen Wein auszusuchen, scheint eine Wissenschaft für sich zu sein. Harald Burg, Winzer aus traditionsreicher Familie in Trier, gibt bei der VHS in Duisburg immer wieder Seminare rund um den Wein. Damit Sie Ihrem Weinhändler bei der Rotweinprobe nicht alles ungesehen abnehmen müssen, haben wir einige von Harald Burgs Tipps für Sie zusammen gefasst:
Das Aussehen des Weines gibt schon Aufschluss über seine Qualität. Legen Sie ein weißes Blatt Papier auf den Tisch und halten das Glas mit dem Wein drin schräg darüber. Ist der obere Rand des Weines im Glas wässrig-durchsichtig oder rostfarben? Je verfärbter der Rand, desto „reifer“ ist der Wein. Achtung: nicht alle Weine werden besser, je reifer sie sind. Viele Weine sind erst gereift gut, andere sollten nur frisch getrunken werden. Lassen Sie sich im Einzelfall von Ihrem Weinhändler beraten.
Weinprobe bedeutet auch riechen. Das Glas fassen Sie am Stiel an, dann fällt das Schwenken leichter. Mit einigem Abstand zur Nase den Rotwein nun in Bewegung bringen und tief einatmen. „Alkohol merkt man am besten in der Nase“, erklärt Harald Burg, „wenn der Geruch Ihnen jetzt schon entgegen kommt, ist das ein schlechtes Zeichen.“ Fängt die Nase an zu kribbeln, ist der Rotwein „flüchtig“. Im offenen Glas auf dem Tisch verändert er also sehr schnell seinen Geschmack.
Die richtige Trinktechnik gibt Aufschluss über Säure und Süße. Nehmen Sie ein wenig Wein in den Mund und schlucken Sie erst nach 10 bis 15 Sekunden. Fangen die Zungenränder an zu kribbeln, ist viel Säure im Wein. Ob er sehr süß ist, schmecken Sie mit der Zungenspitze. Hat der Wein sehr viel Säure, ist das ein Zeichen für geringere Qualität. „Bemerken Sie allerdings im Gaumen ein Kribbeln, spricht das für ein hohes Potenzial“, sagt Harald Burg. Dann befinden sich viele Gerbstoffe im Wein. Solche Weine können über Jahre in der Flasche gelagert werden und im Glas behalten sie lange ihren Geschmack.
Die Temperatur verändert beim Rotwein den Geschmack. Generell sollten Sie Rotwein immer zwischen 14 und 19 Grad trinken. Je kälter der Wein, desto stärker treten die Gerbstoffe hervor. Gerbstoffreiche Weine sollten Sie daher eher warm trinken, gerbstoffarme Weine schmecken auch kühler.
Der Wein muss zum Essen passen. Gerade Käse wird zwar gern bei der Weinprobe angeboten, ist aber absolutes Tabu, wenn Sie keinen Wein zu speziell diesem Käse suchen. Gerbstoffreiche Weine funktionieren generell eher mit Fleisch, gerbstoffarme mit Käse. Passen Wein und Essen nicht zusammen, schmecken Sie eines von beidem überhaupt nicht mehr. Experten
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







