Duisburg: Fagott und Orgel, sommerlich leicht
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Duisburg (RPO). Das war schon das zweite der diesjährigen Sommerlichen Orgelkonzerte an der evangelischen Friedenskirche Duisburg-Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien.
Zu Gast waren Marlene Simmendinger, die 25 Jahre junge und besonders begabte stellvertretende Solofagottistin der Niederrheinischen Sinfoniker Krefeld/Mönchengladbach, und Udo Witt, bis 2001 langjähriger Kreiskantor an der Friedenskirche Hamborn und seitdem Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde (Mönchengladbach-)Rheydt.
Das eingespielte Duo hatte ein überwiegend aus sommerlich leichten und mehr oder weniger arrangierten Werken zusammengestellt. Das begann mit dem "Einzug der Königin von Saba" aus dem dritten Akt des Oratoriums "Salomon" von Georg Friedrich Händel, klangvoll für Orgel bearbeitet von Jean Guillou, und Variationen über das seinerzeit beliebte Volkslied "La Monica" (über eine unfreiwillige Nonne, heute im Evangelischen Gesangbuch als "Von Gott will ich nicht lassen") von dem Darmstädter Hof-Fagottisten Philipp F. Böddeker (1607-1683), der ersten Komposition überhaupt für die Besetzung Fagott und Orgel.
Das endete mit der sanft modernen Partita über den Choral "Lobet den Herren, alle, die ihn ehren" von dem 1975 geborenen Matthias Claudius Link und zwei Sätzen aus einer Sonate von Georg Philipp Telemann, beides für Fagott und Orgel. Fagott ist weder ein besonders hohes noch ein besonders lautes Instrument, daher muss sich die Orgel bei seiner Begleitung sehr zurückhalten. Und Udo Witt spielte wie eh und je: bewundernswert solide, aber in schnellen Passagen oft ungenau. Schön als Zugabe die bekannte "Kantilene" aus einer Orgelsonate von Joseph Gabriel Rheinberger, von Simmendinger/Witt gemeinsam bearbeitet.
Beim nächsten, dritten Sommerlichen Orgelkonzert am Mittwoch, 4. August, um 20 Uhr, spielt Christoph Nierhaus (Oberhausen) "Eine barocke Orgelreise durch Norddeutschland", von Nicolaus Bruhns (Schwabstedt) bis Dietrich Buxtehude (Helsingborg). Der Eintritt kostet sechs Euro, anschließend Umtrunk gegen Spende.
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