Duisburg: Festival ist vorerst gesichert
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 31.10.2009Duisburg (RPO). Am Montagabend startet die Duisburger Filmwoche mit einer Uraufführung: Der international bekannte amerikanische Dokumentarfilmer James Benning erkundete die Ruhr-Region. Rekordbesuch erwartet.
Die Duisburger Filmwoche, die nun zum 33. Mal stattfindet, sei ein Juwel, das außerhalb der Stadtmauern vielleicht mehr funkelt als innerhalb. Das meinte VHS-Direktor Dr. Gerd Jahn, verwaltungstechnisch für das Festival zuständig, gestern beim Pressegespräch. Die wichtigste Nachricht, die Jahn überbringen konnte, war, dass die Duisburger Filmwoche vorerst gesichert ist. Stadt und Land hätten die entsprechenden Zusagen gegeben, was in der Wirtschaftskrise keine Selbstverständlichkeit sei.
Schon seit einigen Jahren zeigt sich in Duisburg, dass gut gemachte Dokumentarfilme Konjunktur haben. Für die 33. Ausgabe haben sich nach Auskunft der Organisatoren noch mehr Regisseure, Filmwissenschaftler, Journalisten und Fernsehredakteure akkreditiert als sonst. Duisburg behält offenbar seinen Ruf, Heimat des wichtigsten Dokumentarfilm-Festivals im deutschsprachigen Raum zu sein.
Öffentliches Festival
Die Filme werden im Filmforum, Dellplatz 16, öffentlich gezeigt. Eine Einzelkarte kostet vier, eine Tageskarte 12, eine Dauerkarte 25 Euro (ermäßigt 20 Euro). Erfahrungsgemäß werden alle Festival-Filme auch im Fernsehen gezeigt. Programmbroschüren zur Filmwoche liegen im Filmforum und vielen städtischen Einrichtungen aus. Infos im Internet unter www.duisburger-filmwoche.de
Werner Ruzicka, seit 1985 Leiter der Duisburger Filmwoche, sagte gestern, dass es für Dokumentaristen eine Art "Adelsnachweis" sei, wenn ihre Filme für das Programm ausgewählt werden. Immerhin gibt es für die Auswahlkommission ein Angebot von 800 Produktionen, von denen schließlich nur 25 gezeigt werden. Die vergleichsweise geringe Zahl der Festivalfilme macht die besondere Qualität der Filmwoche aus: Jeder einzelne Film wird nach seiner Vorführung im Beisein der Autoren öffentlich diskutiert, ohne dass es Parallelveranstaltungen gibt. Und jede Diskussion wird protokolliert. Dass in Duisburg mitunter Filmgeschichte geschrieben wird, weiß heute jeder Filmhochschul-Student.
Gleich zum Start der Duisburger Filmwoche, am Montag, 2. November, 20 Uhr, kann man ein Highlight erwarten: Der international bekannte US-amerikanische Avantgarde- und Dokumentarfilmer James Benning (Jahrgang 1942) hat einen Film über die Ruhr-Region gedreht, der bei der Duisburger Filmwoche uraufgeführt wird. Benning landete gestern morgen auf dem Düsseldorfer Flughafen und war beim Pressegespräch dabei. Schmunzelnd erzählte er, wie er von einer Duisburgerin, die mit ihrem Hund am Rhein spazieren ging, ausgeschimpft wurde, weil er nicht die schönen Auen, sondern Schornsteine filmte. Für Benning ist "Ruhr" der erste deutsche Film überhaupt, auch die erste Produktion mit digitaler Technik. Die neue Technik, die zunächst noch verpönt war, ist nicht zuletzt durch die Duisburger Filmwochen von Filmschaffenden als Chance verstanden worden: Mit geringem Aufwand können nun Filme ohne Wackelbilder und plärrenden Sound entstehen. Besonders bei Porträt-Filmen, die ein hohes Maß an Authentizität und Intimität enthalten sollen, ist die neue Einfachheit Gold wert. Mehr auf www.rp-online.de/duisburg
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