Duisburg: Fetzige Werbung für das TaM
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 16.09.2008Duisburg (RPO). Duisburg Marketing hat die erste eigenständige Vermarktungsbroschüre für das Theater am Marientor entworfen. Die landet jetzt in den Briefkästen aller wichtiger Tournee- und Showveranstalter im Bundesgebiet.
Als der Rat der Stadt Duisburg Ende April ein konkretes Kaufangebot für das Theater am Marientor (TaM) ausschlug, weil es ihm zu niedrig erschien, war das für die Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG) das Zeichen, in die Vollen zu gehen.
„Da war uns klar: Jetzt müssen wir richtig was für die Vermarktung tun“, erzählt Geschäftsführer Uwe Gerste. Die Kreativköpfe aus dem eigenen Haus setzten sich gemeinsam hin, trugen Ideen zusammen und tüftelten ein neues Konzept aus. Das Ergebnis ist eine neue Vermarktungsbroschüre, die in diesen Tagen an die wichtigsten Tournee- und Showveranstalter im Bundesgebiet verschickt wird.
Rückblick
Das Kölner Consultingunternehmen AWC wollte das TaM für den Veranstalter-Multi SMG kaufen. Der Kaufpreis von 3,2 Millionen Euro sollte dadurch verringert werden, dass das Immobilienmanagement Duisburg (IMD) vier Jahre die Miete übernimmt, was einer Reduzierung des Preises um 2,5 Millionen Euro gleich gekommen wäre. Dies war dem Rat der Stadt zu wenig. Er lehnte das Angebot Ende April ab, genauso wie ein zweites Angebot eines Stuttgarter Investors.
„Think Pink!“
In extrem knalligen Farben kommt die Broschüre daher. „Think Pink!“ steht – in Anlehnung an die Außenfassade des TaM – in großen Lettern auf dem Cover. Beim ersten Durchblättern stößt der Leser auf, wie Sandra Gagliardi vom Hallenmanagement es formuliert, „emotionalisierende Darstellungen“. Zu sehen sind diverse Innenansichten des TaM, eine Gitarre, ein paar Plateauschuhe, eine farbige Maske, ein Strauß roter Rosen.
Die Aufschlagseiten lassen sich nochmals auffalten. Hier finden sich dann alle wichtigen Infos zum Haus in Kurzform. „Dies ist die erste eigenständige Vermarktungsbroschüre für das TaM. Und ich denke, wir haben dafür gesorgt, dass sie nicht sofort im Papierkorb der Empfänger landet. Dafür ist sie einfach zu auffällig“, sagt Sandra Gagliardi.
Und die Broschüre ist nur der Startschuss. Als Nächstes will die DMG den Internetauftritt aufpeppen, weitere Schritte sind bereits in der Planung, um die Vermarktung des TaM voranzutreiben. Doch wie Uwe Gerste gestern verriet, läuft es auch ohne diese Dinge schon prima – besonders, seit die Ratspolitiker im August beschlossen haben, bis 2011 am TaM festzuhalten, es sei denn, ein Käufer unterbreitet ein unwiderstehliches Angebot.
„Das Hin und Her um die Zukunft des Hauses hat viele Veranstalter verunsichert. Das hat uns bei der Vermarktung schon behindert“, betont Gerste. Jetzt ist wieder ein wenig mehr Stabilität und Planungssicherheit eingekehrt – und schon haben sich große Namen wie Reinhard Mey und Dieter Nuhr angekündigt. „Bereits jetzt haben wir Verträge für den Herbst 2009 abgeschlossen“, berichtet Gerste.
Auch nennt er einige Zahlen, die optimistisch stimmen: So liegt das TaM bei der Zahl der Veranstaltungstage pro Jahr nur knapp unter dem Bundesschnitt von 113,1 Tagen. „Und was den Zuschussbedarf angeht, so sind wir sogar viel besser als der bundesdeutsche Markt“, betont Gerste. Während bei Veranstaltungsstätten dieser Größe im Schnitt eine Bezuschussung von 750.000 Euro pro Jahr notwendig sei, belaufe sich die Summe beim TaM auf lediglich 400.000 Euro. Auch das zeigt nach Ansicht von Uwe Gerste: „Das TaM ist bei der DMG in guten Händen.“
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