Duisburg: Feuerprobe bestanden
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 23.04.2007Duisburg (RPO). Mit einem Festakt am Samstag und einem Bürgertag am Sonntag ist Duisburgs neue Mercatorhalle an den Start gegangen. Hervorragende Akustik und Ausstattung begeisterten die Gäste.
Ohne Zweifel: Duisburgs neue „Gute Stube“ ist ein repräsentatives Wohnzimmer. Mit einem gigantischen Bühnen-Feuerwerk ist die neue Mercatorhalle am Samstag an den Start gegangen.
Abgesehen von der kleinen Störung zu Beginn (siehe Infokasten) erlebten die 1500 Premierengäste ein rauschendes Fest bis in den frühen Morgen und kamen einhellig zu dem Urteil: Die neue Halle ist in jeder Beziehung einfach wunderbar.
Die Akustik
Die neue Mercatorhalle wird wie die Vorgängerin Konzertsaal für die Duisburger Philharmoniker sein. Viel und heftig war darum im Vorfeld über die Akustik debattiert worden, die neue Konzertsäle in der Nachbarschaft so oft schon in negative Schlagzeilen gebracht hatte.
Das wird in Duisburg nicht der Fall sein. Die Philharmoniker spielten zur Eröffnung und schon nach den ersten Tönen waren die sachkundigen Zuhörer, so der Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff, begeistert.
Erheiternde Panne
ist immer für eine erheiternde Panne gut: Sorgte beim Fußallländerspiel die Sprinkleranlage für eine unvorhergesehene, heitere Unterbrechung, war es am Samstag ein Feueralarm, der die Eröffnungsfeier in der Mercatorhalle unterbrach. Die Besucher hatten da gerade erste eine viertel Stunde Platz genommen und freuten sich auf die Holzbläser der Philharmoniker, als eine Lautsprecherdurchsage bat, wegen einer technischen Störung den Raum sofort zu verlassen. Wie sich später herausstellte, hatte wohl in der benachbarten Kasino-Küche eine Koch all zu viel Qualm gemacht. Die Premierengäste nahmen es mit Humor: In der neuen Mercatorhalle funktionierten wie alles andere eben auch die Feuermelder perfekt.
Das Klangerlebnis ist noch besser als in der alten, viel-gerühmten Mercatorhalle. Und selbst die Zuhörer in der ersten Reihe, die in vielen Konzertsälen schlechte Akustik besonders intensiv erleben, hatten keinen Grund, sich zu beklagen.
Die Ausstattung
Die hellen Holzverkleidungen in der Halle, die angenehmen Höhe des Raumes mit seinen nachtblauen Deckenverkleidung und den ausladenden Schallsegeln waren dem Premierenpublikum mehrfach Applaus wert, wenn Oberbürgermeister Adolf Sauerland in seiner Rede darauf zu sprechen kam. Keine Kritik war zu hören, keine Nörgeleien oder Meckereien.
Und als Staatssekretär Große-Brockhoff die bequemen Stühle lobte, stimmten ihm die Gäste gleichfalls zu (wobei Große-Brockhoff die Chance nutzte und in heiterem Ton darauf hinwies, dass das Theater nebenan auch mal eine neue Bestuhlung verdient hätte).
Die Nebenräume
Das Foyer, der Konferenzbereich und der Kleine Saal erwiesen sich als vorzüglich ausgestattet. Hier bedienten sich die Besucher in den Pausen und nach Programmschluss am reichhaltigen Speise- und Getränkeangebot und feierten bestens gelaunt und ausgiebig bis in den frühen Morgen.
Auch hier die einhellige Meinung: Duisburgs neue Gute Stube ist ein ganz, ganz feines, gemütliches und stilvolles Wohnzimmer. Neben den offiziellen Reden zur Eröffnung (zur Feier des Tages hatte OB Sauerland extra seine goldene Amtskette angelegt) und musikalischer Begleitung der Philharmoniker mit Jonathan Darlington freuten sich die Gäste auch über einen Auftritt (in der Zwischenzeit umgebauten Halle) des gealterten Schlagerbarden Howard Carpendale und der Voices Allstars, vor allem aber darüber, dass die Stadt für ihr gesellschaftliches und kulturelles Leben nun wieder ein Zentrum hat, das zu wehmütigen Blicken zurück auf die alte Mercatorhalle keinen Grund mehr liefert.
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