Duisburg: Film ab in Duisburg
VON JUDITH KLOSE - zuletzt aktualisiert: 15.12.2008Duisburg (RPO). Das ZDF dreht einen Dreiteiler über die Familie Krupp. Am vergangenen Wochenende fanden Dreharbeiten am Rheinufer und im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Iris Berben spielt Bertha Krupp.
Wir befinden uns am Rheinufer in Duisburg: „Klappe, die Erste – und Action!“ Bertha Krupp reitet mit ihrem Pferd durch den heimischen Park hinauf auf den Deich und sieht aus der Entfernung die elterlichen Krupp-Werke. „Und cut!“ Die erste Szene ist im Kasten. Ortswechsel. Landschaftspark Nord, flüssiges Stahl läuft aus dem Hochofen. „Klappe, die Zweite – und Action!“ Mitarbeiter der Firma Krupp unterhalten sich Anfang des 20. Jahrhunderts über die sozialen Errungenschaften, die ihnen in dem Unternehmen geboten werden. „Und cut!“ Die nächste Filmszene ist damit abgedreht.
Samstagvormittag, Emscher Straße in Meiderich. „Klappe, die Dritte – und Action!“ Alfried Krupp fährt 1940 durch Essen. Zwangsarbeiter laufen auf den Straßen. „Und cut!“ Und damit ist eine weitere Szene aus dem ZDF-Dreiteiler „Krupp – Eine deutsche Familie“ fertig gedreht. Der Film, in denen deutsche Schauspielstars wie Iris Berben, Benjamin Sadler und Heino Ferch mitspielen, greift die Geschichte der mächtigsten industriellen Familien-Dynastie in Deutschland auf. Die Handlung, die die unterschiedlichen Seiten der Familie mit all ihren Auf- und Abstiegen, Zuneigungen, Macht und Tragödien widerspiegelt, wird vor allem an drei historischen Figuren erzählt.
Margarethe Krupp (1854-1931), ihre Tochter Bertha (1886-1957) und deren ältester Sohn Alfried von Bohlen und Halbach (1910-1968) stehen im Zentrum des dreiteiligen Films, der den Zeitraum von 1900-1967 umspannt. Bertha, gespielt von Iris Berben, erlebt als junges Mädchen ruhmreiche Zeiten, in denen ihr Vater, der „Kanonenkönig Fritz“, sowohl durch seine Erfindungen als auch durch die Waffenherstellung für Kaiser Wilhelm II. ökonomische, gesellschaftliche und politische Macht erlangt. Als Strippenzieherin im Hintergrund des Unternehmens erzieht sie ihren Sohn und Firmenerben Alfried mit äußerster Strenge, der sich daraufhin zu einem verschlossenen Mann entwickelt und von seiner großen Liebe verlassenen wird. Im zweiten Weltkrieg übernimmt er die Unternehmensleitung und wird von den Alliierten als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt. Dieser schwierige Erzählstoff und die Tatsache, dass keine Originalstätte mehr so erhalten ist, wie sie früher war, stellt die Produktion eines solchen Films vor zahlreiche Herausforderungen. „Wir versuchen so präzise wie möglich zu arbeiten“, meint Produktionsleiter Marcus Loges. Rauchende Schornsteine oder flüssiges Stahl werden dabei mit Hilfe des Computers eingefügt. Sowohl an verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen, als auch innerhalb Deutschlands und sogar auf Capri und in Österreich wurde für die Geschichte gedreht.
In Duisburg scheint ein guter Drehort zu sein, denn bereits am nächsten Mittwoch wird das Filmteam zurückkehren und in Marxloh eine Fußballszene drehen, wo es dann wieder heißen wird: „Klappe – die Vierte”.
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