Duisburg: Filmforum wieder in Gefahr
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 11:47Duisburg (RPO). Gestern erreichte Geschäftsführer Kai Gottlob die Hiobsbotschaft, dass der Zuschuss fürs Filmforum halbiert werden soll. Vermutlich muss ein Mitarbeiter entlassen, das Filmjournal eingestellt werden. Verein schlägt Alarm.
Eigentlich hatten die "Freunde des Filmforums" für gestern nur zu einer Bilanzpressekonferenz einladen wollen, in der an das fünfjährige Bestehen des gemeinnützigen Vereins erinnert werden sollte. Doch die aktuelle Nachrichtenlage ließ freudige Stimmung trotz des Wachstums des Vereins auf aktuell 226 Mitglieder nicht zu: Zwei Stunden vor Beginn des Pressegesprächs erreichte Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob die Hiobsbotschaft, dass die städtische Verlustausgleichszahlung, die im Jahr 2009 noch 302 000 Euro und im Jahr 2010 nur noch 262 000 Euro betrug, mit sofortiger Wirkung auf 131 000 Euro halbiert wird.
Da das Filmforum, das mit der Volkshochschule organisatorisch verbunden ist, als GmbH geführt wird, ist Geschäftsführer Kai Gottlob gezwungen, sofort auf diese neue Lage zu reagieren, da er persönlich für "saubere Zahlen" haften muss. Als unmittelbare Konsequenz zeichnet sich ab, dass eine der fünf hauptamtlichen Stellen beim Filmforum eingespart wird und dass die Zeitschrift "Filmjournal", die zwar viel gelesen wird, die aber Geld kostet, eingestellt wird.
Rainer Zimmermann, Vorsitzender der "Freunde des Filmforums", und Altoberbürgermeister Josef Krings, Mitbegründer des Vereins und des Filmforums, sagten gestern, dass die Situation jetzt genauso dramatisch sei wie vor einem Jahr, als der komplette Wegfall des jährlichen Verlustausgleichs drohte. Damals hatte der Verein eine Kampagne zum Erhalt des Filmforums gestartet, die dazu führte, dass rund 17 000 Menschen eine Sympathie-Erklärung fürs Filmforum unterschrieben. Darüber hinaus sorgte der Verein mit einem Sponsor und Mitgliedsbeiträgen dafür, dass der Verlustausgleich um 40 000 Euro gekürzt werden konnte. Das alles hatte dazu geführt, dass der Kürzungsbeschluss wieder rückgängig gemacht wurde. Doch jetzt sei man vor einer ähnlichen Situation wie Anfang 2010.
Rainer Zimmermann und Josef Krings warnten eindringlich vor einem "Kaputtsparen" des Filmforums. Zimmermann mahnte darüber hinaus, dass die Stadtspitze das Gespräch mit dem Land, insbesondere der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, suchen soll, eine erklärte Sympathisantin des Filmforums. Auch der Verein "Freunde des Filmforums" versuche, auf die neue Situation zu reagieren. Kontakt per Internet: freunde@filmforum.de
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