Duisburg: Filmforum wird 40 Jahre alt
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 20.09.2010 - 08:16Duisburg (RPO). Am 23. September 1970 wurde mit der Eröffnung des Duisburger Filmforums ein neues Kapitel der filmkulturellen Arbeit in Deutschland aufgeschlagen. Das zurückliegende Geschäftsjahr bescherte einen Besucherrekord.
Das Filmforum wird am 23. September 40 Jahre alt. Und in der jüngsten Kulturausschuss-Sitzung vom 14. September konnte Geschäftsführer Kai Gottlob bekanntgeben, dass im Jahr 2009 so viele Menschen wie noch nie zuvor das älteste kommunale Kino Deutschlands besucht haben. Der runde Geburtstag wäre also ein Grund zum Feiern gewesen. Doch als zu Beginn des Jahres Befürchtungen laut wurden, dass wegen der städtischen Haushaltsmisere dem Filmforum die Schließung droht, wanderten die Planungen für ein Jubiläumsfest zu den Akten.
Als die Schließungsdrohung publik wurde, zeigte sich, wie beliebt das Filmforum in Duisburg ist. Innerhalb weniger Wochen konnte der gemeinnützige Verein "Freunde des Filmforums" Tausende Menschen mobilisieren. Eindrucksvoll war die Pressekonferenz am 23. Februar, als der Verein ein Konvolut mit 13254 Unterschriften präsentierte: Die Unterzeichner forderten, das Filmforum nicht sterben zu lassen. Zurzeit sieht es so aus, als ob das Filmforum zumindest mittelfristig gerettet ist. Der Rückblick fällt deshalb durchaus entspannt aus: Nun jährt sich also am 23. September der Tag zum 40. Mal, als mit der Eröffnung des Duisburger Filmforums ein neues Kapitel für die filmkulturelle Arbeit in Deutschland aufgeschlagen wurde – in der Folge entstanden knapp 200 weitere kommunale Kinos. Bereits seit dem Jahr 1959 hatte die Volkshochschule Duisburg immer wieder Veranstaltungen zu filmkulturellen Themen unter dem Titel "filmforum" angeboten.
1970 war dann auf Initiative des damaligen Vorsitzenden des Kulturausschusses und späteren Oberbürgermeisters Josef Krings das Filmforum als Institution der Stadt mit ständigem Angebot ins Leben gerufen worden. Der Plan: Das kulturelle Niveau in der Duisburger Kinolandschaft anzuheben. Die Ratsmitglieder hat Krings ohne viele Worte überzeugen können: Er las einfach die Kinoinserate aus der Zeitung ab, die den Tiefstand der Filmkultur erschreckend zweifelsfrei dokumentierten.
Zunächst residierte das Filmforum unter Leitung von Horst Schäfer im Saal der Volkshochschule. Bald sah man sich gezwungen, in das größere Studio M der Mercatorhalle zu wechseln. Hier konnten Cineasten Filme sehen, die einem höheren Anspruch genügten, als nur Beilage zum Popcorn zu sein. Mit dem Umzug in das traditionsreiche Lichtspieltheater am Dellplatz, in dem Ende der 70er Jahre Pornofilme gezeigt wurden, hatte das Filmforum im Herbst 1981 sein neues Domizil gefunden und wurde zum Motor einer Bewegung, die der neuen Kulturszene am Dellplatz eine Heimat verschaffte.
Die Zahl der Besucher im Sommerkino und am Dellplatz steigt stetig, 2009 wurde erstmals die 100 000-Besucher-Marke überschritten.
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