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Duisburg: Forscher: Städte müssen sich abkühlen

zuletzt aktualisiert: 23.02.2010

Duisburg (RPO). Der Klimawandel wird in Zukunft die Städte aufheizen. Mit gravierenden Folgen für Menschen, Umwelt und Wirtschaft. Wie können sich Kommunen auf die Veränderungen einstellen und ihnen entgegenwirken? Das untersucht das Verbundprojekt DynAKlim in den kommenden fünf Jahren für die Emscher-Lippe-Region. Die 13 beteiligten Einrichtungen, darunter die Universität Duisburg-Essen (UDE), erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt zwölf Millionen Euro Fördermittel.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Kuttler prüfen die Klimatologen der UDE, wie Gewässer– und Grünflächen in der City dafür sorgen können, die Städte abzukühlen. Weil diese dicht bebaut sind, viel Beton und Asphalt, aber wenig Grün haben, staut sich die Hitze dort stärker auf als im Umland. Klettert das Thermometer nach oben, werden sie im Wortsinn zu einem heißen Pflaster – eine Belastung für Herz, Kreislauf und Atemwege. Neben stickiger Luft könnten auch steigende Bodentemperaturen problematisch werden: Das Trinkwasser in den Leitungen würde wärmer und damit Keimen und Mikroorganismen einen guten Nährboden bieten. Um verlässliche Aussagen über die Folgen der Bodenerwärmung, über die positiven Effekte von Verdunstung und Flächennutzung auf das Stadtklima zu erhalten, führen die UDE-Wissenschaftler ab Mitte des Jahres umfangreiche Langzeitmessungen durch – stellvertretend für die Kommunen der Emscher-Lippe-Region in Oberhausen. Bei ihren experimentellen Forschungen für DynAKlim (Dynamische Anpassung regionaler Planungs- und Entwicklungsprozesse an die Auswirkungen des Klimawandels) konzentrieren sie sich vor allem auf die Innenstadt und gewässernahe Wohnquartiere.

Was ließe sich gegen die "thermische Belastung", so nennen die Wissenschaftler den Hitzestau, tun? Für Prof. Kuttler und sein Team ist Verschiedenes denkbar, etwa Wasserrohre tiefer zu legen, um der Verkeimung entgegenzuwirken. Eine andere Idee ist eine städtebauliche Strategie: mehr offene Wasserflächen in der Stadt, um für mehr Verdunstung zu sorgen. Diese entzieht der Luft Wärme, die Temperaturen sinken. Solche Empfehlungen könnten im Handlungsleitfaden stehen, den die UDE-Forscher für die Kommunen erstellen wollen. Bis zu diesem Projektziel bleibt ihnen noch viel Arbeit und wohl auch so manch heißer Sommer.

Quelle: RP

 
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