Duisburg: Forum Demenz verabschiedet sich – die Hilfe jedoch bleibt
VON MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 19.10.2006Duisburg (RPO). Wenn Modellprojekte auslaufen, dann kann es passieren, dass von den guten Ideen und Ansätzen nichts bleibt. Die Gefahr besteht beim Forum Demenz nicht, das nun nach dem Ende des dreijährigen Projekt Bilanz zieht und mit gutem Gewissen und optimistisch in die Zukunft blicken kann. Denn in den drei Jahren haben die drei Beteiligten, die AWO Duisburg, das evangelische Christophoruswerk und die PariSozial, einige neue Partner mit ins Boot geholt, die nun das Angefangene fortsetzen.
Drei Jahre lang hatten die drei Projektpartner von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW Fördermittel bekommen. Ihre Aufgabe war es, Angebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen Anlaufstellen zu schaffen, die bestehenden Angebote zu vernetzen und auszubauen. So entstand bei der AWO die zentrale Beratungstelle, in der unter anderem Elisabeth Weber arbeitet und noch arbeitet. Denn die Stelle wird auch nach Ablauf des Projekts von der AWO weiter geführt. Hier werden Betroffene beraten und auf ihrem weiteren Weg begleitet. In den vergangenen drei Jahre war die Beratungsstelle Anlaufpunkt für 1070 Ratsuchende, die Hälfte von ihnen wurde über längere Zeit begleitet. Diese Arbeit werden Elisabeth Weber und eine Kollegin nun fortführen, wenn auch mit eingeschränktem Personal und eingeschränkten Öffnungszeiten.
Weiterhin bestehen bleibt auch der häusliche Unterstützungsdienst, den das Forum Demenz eingerichtet hat. Speziell ausgebildete Ehrenamtliche sorgen durch ihre Hausbesuche dafür, dass pflegende Angehörige auch mal allein zum Arzt oder zum Friseur gehen können. Die Koordination des häuslichen Unterstützungsdienstes werden in Zukunft unter anderem die Alzheimer Gesellschaft und private Pflegedienste übernehmen.
Entstanden sind in den vergangenen drei Jahren in den einzelnen Stadtbezirken auch runde Tische zum Thema Demenz, an denen zahlreiche Einrichtungen aber auch Einzelpersonen beteiligt sind, Diese runden Tische werden auch in Zukunft weiter arbeiten, ebenso wie die Cafés für Demenzkranke und deren Angehörige.
Wie wichtige die Arbeit ist, machte gestern Michael Harnischmacher von der AWOcura anhand der Betroffenen deutlich. „In Duisburg gibt es schätzungsweise zwischen 7500 und 8000 Demenzkranke“, sagte er.
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